Wichtiger Schritt: Deutsche Apothekerkammer will Versorgung mit Cannabis garantieren


Wien, 1. September 2014 –
Erstmals hat hat sich eine deutsche Branchenvereinigung dezidiert für den legalen Verkauf von Cannabis ausgesprochen. Die nordrheinische 10322716_1492396010972858_5212407993286400693_nApothekerkammer will die Versorgung in „Medizinalqualität“ garantieren. Zugleich sprach sie sich jedoch gegen den Eigenanbau am Weg zur medizinischen Versorgung aus, ist in der Deutschen Apothekerzeitung zu finden.

Der Resolution zufolge wollen die Apotheker nach einer Änderung des Betäubungsmittelgesetzes die Versorgung mit Cannabis in Medizinalqualität garantieren, wofür aber eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes vonnöten sei.

„Die XVI. Kammerversammlung der Apothekerkammer Nordrhein fordert den Gesetzgeber auf, die Versorgung besonderer Patientengruppen mit Cannabis in Medizinalqualität (Arzneibuchqualität) durch Apotheken sicher zu stellen“, heißt es in der am 27. August 2014 einstimmig verabschiedeten Resolution.

„Auch das Cannabisurteil des Verwaltungsgerichts in Köln vom Juli 2014 zeigt, dass bestimmten Patientengruppen, deren Beschwerden durch das Fertigarzneimittel Sativex© oder Zubereitungen mit Dronabinol© nach NRF nicht gelindert werden können, Zugang zu einer geregelten Versorgung mit Cannabis gewährt werden muss. Diese soll zum Schutz der Patienten und der Bevölkerung und in Übereinstimmung mit der Betäubungsmittelgesetzgebung jedem Betroffenen nach medizinischer Klärung des Bedarfs zur Verfügung stehen.“

„Wir halten den Eigenanbau von Cannabis, ungeachtet der nach wie vor bestehenden unklaren rechtlichen Lage, durch die betroffenen Patienten für völlig ungeeignet, da die Wirkstoffqualität und damit die Arzneimittelsicherheit für die Patienten so nicht gewährleistet werden kann.“

„Um stets höchste Qualität und gleichbleibende Dosierung von Wirkstoffen zu garantieren, hat der Gesetzgeber die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln den Apotheken übertragen. Das gilt auch für Fälle, in denen nur wenige Patienten behandelt werden. Zudem besitzt die deutsche Apothekerschaft mit dem Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker e.V. in Eschborn eine Einrichtung, die für die Erarbeitung und Kontrolle qualitativer Standards von Arzneistoffen hervorragend ausgestattet ist.“

„Die Verordnung von Cannabis in Medizinalqualität (Arzneibuchqualität) ist nur auf der Grundlage der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung möglich. Die Apotheke ist der Ort, in dem die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten verantwortungsbewusst erfolgt.“

KieferBAK

BAK-Präsident Andreas Kiefer Foto: ABDA

Bundesapothekerkammer-Präsident Andreas Kiefer hatte vor kurzem erstmals die Gleichstellung von Cannabis als Medikament gefordert, da nur so Qualitäts-Standards eingehalten werden könnten, sagte er der Apothekerzeitung im Juli 2014 :

„Wenn Cannabis gegen Schmerzen eingesetzt wird und die Funktion eines Arzneimittels hat, dann muss es auch wie ein Arzneimittel behandelt werden.“

Ein wichtiger Schritt am Weg zur Normalisierung im Umgang mit Cannabis als Medizin.

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