Suchtmittelgesetz-Novelle ignoriert alle Fakten über Cannabis als Heilmittel – Kommt Cannabis aus der Apotheke?

Wien, 4. Jänner 2016 – Die zum Jahreswechsel in kraft getretene Novelle des Suchtmittelgesetzes (SMG) wird nach Ansicht des Hanf-Instituts keinen langen Bestand haben. Nachdem mittlerweile Cannabis offiziell sogar vom US-Gesundheitsministerium als Krebs-Heilmittel anerkannt wurde, wirft Österreich weiterhin Hanf mit tödlichen Drogen wie Heroin oder Kokain in einen Topf und hält die Strafandrohung für Cannabis-Patienten in Österreich unverändert aufrecht.

„Es kann nicht sein, dass die österreichische Bundesregierung weiterhin alle wissenschaftlichen Fakten zu einer nebenwirkungsarmen Heilpflanze ignoriert, die bei über 250 Krankheiten erfolgreich eingesetzt wird“, sagte Toni Straka, Obmann den Hanf-Instituts am Montag.

Aus Sicht des Hanf-Instituts wälzt lediglich das Justzministerium mit der SMG-Novelle Kosten auf den Gesundheitssektor ab und designiert damit Amtsärzte als letzte Instanz, die zwischen Therapie oder Strafe entscheiden. Die Kosten, wenn jährlich rund 25.000 HanffreundInnen wegen ihrer Entscheidung für ein ungiftiges Heil- und Genussmittel zum Amtsarzt müssen, sind unabschätzbar, sagte Straka.

Suchtgiftverordnung: Gibt es bald Hanf aus der Apotheke?

Einen kleinen Lichtblick brachte die SMG-Novelle für Patienten. Die jüngste Änderung des § 14 der Suchtgiftverordnung sieht eine Ausnahme vor. Demzufolge dürfen Zubereitungen aus Cannabisextrakten, die als Fertigarzneimittel zugelassen sind, verschrieben werden. „Das lässt sich so interpretieren, dass künftig so wie in Deutschland Cannabisblüten auf Rezept verordnet werden können.

2. Cannabis-Bürgerinitiative hat schon über 20.000 Unterschriften gesammelt

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Patrick Krammer, Erstunterzeichner der 2. Cannabis-Bürgerinitiative

Aufgrund der SMG-Reform, die weiterhin keine Verbesserungen für Cannabis-Patienten bringt, verstärken heimische Cannabis-Aktivisten ihre Bemühungen, die Regierung auf ihren Irrweg in der Cannabis-Politik aufmerksam zu machen. Mittlerweile werden in ganz Österreich Offline-Unterschriften für die von der Patientenvertretung Arge Canna initiierte und vom Hanf-Institut unterstützte 2. Parlamentarische Bürgerinitiative betreffen den straffreien Eigenanbau für Cannabis-Patienten gesammelt.

„Bei unseren Info-Ständen in Wien haben wir im Vorjahr über 20.000 Unterschriften gesammelt“, sagte Straka und betonte, dass die Zustimmungsquote für Cannabis in Wien quer durch alle Altersschichten bei 99,9 Prozent liegt.

„Von weit über 20.000 Besuchern bei unseren Unterschriftensammlungen haben sich gerade sieben Menschen gegen Hanf ausgesprochen“, sagte Melanie Varga vom Hanf-Institut.

„Hanf ist schon lange in der Gesellschaft als Heil- und Genussmittel etabliert. Nur die Bundesregierung hält weiterhin daran fest, dass die Erde eine Scheibe beziehungsweise Cannabis ein Suchtgift ist“, sagte Straka abschliessend.

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