Unsere Umfrage: Wie schaut’s eigentlich mit Cannabis bei den Bundespräsidentschaftskandidaten aus?

Wien, 22. April – Am 24. April geht’s ab in die Kabinen und es wird gewählt. Zu diesem Anlass befragte das Hanfinstitut die KandidatInnen Griss, Hofer, Hundstorfer, Khol, Lugner und Van der Bellen. Überraschenderweise antworteten zwei innerhalb von 24 Stunden. Dies waren Kandidat Khol, innerhalb von zwei Stunden und Kandidat Lugner. Der Rest hat bis dato nicht geantwortet. „Ich weiß nicht, ob es den Bundespräsidentschaftskandidatinnen bewusst ist, dass sie eine Million potenzieller Unterstützerinnen ignorieren“, argumentiert Toni Straka, der Obmann des Hanfinstituts.

Derzeit sind in Österreich nur synthetische Cannabis-Produkte, wie Dronabinol auf Rezept, in Apotheken zu einem Gramm-Preis von ca. 600€, erhältlich. Colorado hat’s vorgemacht und in Österreich wird gesudert oder gar geschwiegen. Die einzige Möglichkeit ein Cannabisprodukt legal und frei zu beziehen, sind Cannabidiol-Produkte (CBD). Es gibt ganze zwei Ärzte in Österreich, die sich auf Cannabistherapien spezialisieren. Daneben sind Cannabis Social Clubs, die sich nach dem Vorbild von ENCOD vorwiegend im bürgerlichen Bereich etablieren. Das durchschnittliche Alter der Patientinnen beträgt zwischen 70 und 80. Cannabis als Medizin ist die Devise, deswegen findet am 14. Mai der Hanwandertag statt, auf dem u.a. die parlamentarische Bürgerinitiative zum straffreien Anbau von Cannabis dem Parlament überreicht wird.

Was antworteten nun die Kandidaten auf unsere Fragen?

Frage1: Haben Sie schon Cannabis konsumiert?

Khol: Nein, ich habe niemals Cannabis konsumiert.
Lugner: Nein, ich hatte noch keinen Bedarf, Suchtmittel dieser Art zu konsumieren.

Frage2: Würden Sie als Bundespräsident den medizinischen Gebrauch von Cannabis durch PatientInnen mit entsprechender Indikation unterstützen?

Khol: Auch was den medizinischen Gebrauch betrifft, ziehe ich die in Österreich gültige Rechtslage nicht in Zweifel. In Österreich sind Zubereitungen aus Cannabis nach der Suchtgiftverordnung nicht verschreibbar. (ausgenommen Cannabisextrakte, die als Arzneispezialitäten zugelassen sind).
Lugner: Ja, das würde ich. Wenn Experten der Meinung sind, dass der Konsum von Cannabis für therapeutische und medizinische Zwecke sinnvoll ist, spricht nichts dagegen.

Frage3: Würden Sie als Bundespräsident Menschen, die in österreichischen Gefängnissen wegen Cannabis-Delikten eingesperrt sind, begnadigen?

Khol: Begnadigungen sind jeweils sehr behutsam und in jedem einzelnen Fall ganz genau zu prüfen und zu entscheiden. Ich bin gegen die Legalisierung von sogenannten weichen Drogen – das ist das falsche Signal an unsere Jugend. Besonders für junge Menschen dienen diese oft als Einstiegsdroge und markieren den Beginn einer längeren Drogenkarriere. Das kann nicht im Interesse eines Landes sein.
Lugner: Dabei muss man entscheiden, welches Delikt in welcher Menge begangen wurde. Das Dealen mit illegalen Substanzen ist jedoch kein Kavaliersdelikt!

Frage4: Kennen Sie Personen, die durch Hanf zu Schaden gekommen sind?

Khol: Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass unsere Gesellschaft die Verantwortung für die jungen Menschen ernstnimmt. Nicht wegschauen, sondern hinschauen und die Probleme der Menschen ernst nehmen. Dazu gehört Prävention, Information, Aufklärungskampagnen, effektive Therapieangebote etc. Erwiesenermaßen kann der Dauerkonsum von Cannabis irreversible Spätfolgen nach sich ziehen.
Lugner: Persönlich habe ich keine Erfahrungen, bin aber davon überzeugt, dass der Konsum zumindest die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt. Die Ergebnisse von Langzeitstudien gehen so weit auseinander, dass ich auch kein Urteil fällen möchte, ob man nun gesundheitliche Schäden davonträgt.

[pk]

Aussagen zu Cannabis von den restlichen Kandidaten:

http://www.krone.at/Oesterreich/Hofers_im_Talk_Bei_Haschisch_gaebe_es_Hausarrest-Strenger_Papa-Story-504660
http://kurier.at/politik/inland/van-der-bellen-ueber-marihuana-ich-kann-mich-vage-erinnern/180.475.222

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