Teilerfolg: In Deutschland gibt es ab 2017 Cannabisblüten auf Krankenschein

Autodinafem-Amnesia_XXL_Autoflowering-06-9961_product_galleryWien, 6. Mai 2016 – Knapp 2 Wochen nach der jüngsten Ablehnung einer allgemeinen Freigabe von Cannabis für den Gebrauch hat der deutsche Gesundheitsminister Hermann Gröhe die Abgabe von Medizinalhanf aus staatlicher Produktion für das Frühjahr 2017 angekündigt.

In Deutschland erhalten bisher rund 5.000 Cannabis-Patienten synthetische Cannabis-Produkte und weitere 500 haben sich bisher das Recht auf den Bezug von Cannabis-Blüten aus der Apotheke erkämpft.

Im vergangenen Februar wurde erstmals ein Schwerkranker in einem Prozess wegen Hanf-Eigenanbaus freigesprochen. Dem Mann waren die Blüten aus der Apotheke, die dort ein Vielfaches im Vergleich selbst angebautem Cannabis kosten, zu teuer.

288 Tonnen Mindestbedarf in Deutschland

Das bisher vorliegende deutsche Modell sieht die Abgabe von Hanfblüten über eine Cannabis-Agentur vor. Da aber mit bis zu 800.000 Patienten gerechnet werde, will Deutschland diese enorme Lücke von mindestens 288 Tonnen vorübergehend mit Importen stopfen. Diese Rechnung geht von einer Mindestmenge von 1 Gramm Canabis pro Tag aus.

Für den deutschen Hanfverband  ist die beharrliche Blockade beim Eigenanbau durch Patienten  der wichtigste Kritikpunkt am Entwurf des Bundeskabinetts. Diesen zu verhindern wird explizit von der Bundesregierung als Zweck des Gesetzes genannt. Der Anbau durch Patienten ist aber bis auf weiteres die einzige Möglichkeit, Versorgungssicherheit, Sortenvielfalt für jede Diagnose sowie die reale Verfügbarkeit ihres Medikamentes unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten sicherzustellen

Bis zu 200.000 Patienten in Österreich

In Österreich kann auf Basis der Daten aus Colorado von bis zu 200.000 Cannabis-Patienten ausgegangen werden.

Toni Straka, Obmann des Hanf-Instituts, sagte in einem Interview mit dem KroneHit-Radio am Donnerstag, „wir begrüssen natürlich diese Entwicklungen in Deutschland, glauben aber dass Modell noch nicht ganz zu Ende gedacht ist. Vorrangig muss es eine rasche Lösung für die bis zu 200.000 Patienten geben, für die Hanf das Heilmittel erster Wahl ist.

„Cannabis ist mittlerweile das am besten untersuchte Heilmittel der Welt. Allein in diesem Jahrzehnt wurden schon über 4.000 medizinische Studien verfasst, ohne dass dabei gefährliche Eigenschaften zutage gekommen wären“, sagte Straka weiter.

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