ARGE Canna zur Unklarheit bei Cannabidiol (CBD) Produkten: Alles bleibt weiterhin 100% legal

Logo-ARGE-CANNA150pxWien, 5. November 2016 – Die österreichische Cannabis-PatientInnenvertretung ARGE Canna hat herausgefunden, dass Hanfprodukte mit Cannabidiol (CBD) weiterhin zu 100% legal erworben und Produkte damit weiterhin erworben und besessen werden können. Wir bringen hier den Artikel des ARGE Canna Teams:

In den letzten Wochen ging ein regelrechter Aufschrei durch die europäischen Medical-Cannabis-Communities: CBD sei ins Arzneimittelgesetz aufgenommen worden, und damit sei der Verkauf von nicht als Arneimittel zugelassenen CBD-Produkten nach Ablauf einer kurzen Frist verboten, ja sogar mit Geldstrafen oder gar Gefängnis bedroht. Das wichtigste vorweg: Diese Meldungen entsprechen nicht den Tatsachen. Es ist UNRICHTIG, dass der Handel mit CBD verboten wurde. Im Gegenteil wurde CBD, hauptsächlich aufgrund der höchst erfolgreich verlaufenen klinischen Testphase des Epilepsie-Medikaments Epidiolex (siehe HIER), in die offizielle Liste der Arzneimittel innerhalb der EU aufgenommen und ist somit verschreibungsFÄHIG gemacht worden. Verboten war und bleibt lediglich, nicht als Arzneimittel behördlich lizenzierte Produkte dennoch als Arzneimittel zu bezeichnen und zu verkaufen. Die Lage hat sich also VERBESSERT und nicht verschlechtert. Und Verschreibungspflicht besteht nach dem Beschluss des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 1. 10. 2016 neuerdings nur in Deutschland (siehe HIER). Dies bedeutet aber lediglich, dass der deutsche Staat in Zukunft wissen will, wie viele Leute sich vom Arzt CBD verschreiben lassen und wieviel davon sie einnehmen. Ähnliche Bestimmungen gelten ja auch für z. B. Vitamin C oder Zink. Man kann diese Mittel auch im Supermarkt kaufen, genauso wie CBD eben auch, das ist völlig legal. Aber man kann in Zukunft eben auch zum Arzt gehen und sich staatlich kontrolliertes CBD besorgen, wenn man diesen Vertriebswegen mehr vertraut.

Zum Verlauf der Geschichte:

Die Meldung, CBD sei „verboten“ und der Verkauf von behördlicher Seite gestoppt worden, erreichte uns zuerst Ende September aus Großbritannien. Kurz darauf folgte Deutschland mit zahlreichen ähnlichen massenmedialen Meldungen. Und schon bei der Cultiva 2016 gab es deswegen große Unruhe und Aufregung unter Herstellern und Patienten.

Hinzu kam eine reichlich unzufriedenstellend verlaufene behördliche Anfrage der ARGE CANNA im Juni 2016, bezogen auf erlaubte Grenzwerte von THC, THCA, CBD und CBDA in Nutzhanfextrakten und Extrakt-Öl-Mischungen, die über Amazon und andere Vertriebswege gehandelt wurden und werden. Die gemäß dem österreichischen Auskunftspflichtgesetz gestellte Frage wurde mit deutlicher Verspätung von der Plattform „Frag den Staat“ so unzureichend beantwortet, dass der Eindruck entstand, der Handel mit derlei Extrakten sei analog zur österreichischen Suchtmittelverordnung potentiell illegal. Die ARGE CANNA stellte darauf folgend sofort eine weitere, deutlich detailliertere Frage zum Themenkomplex CBD, welche bis zum heutigen Datum unbeantwortet ist, womit die Behörde die Frist bereits um knapp zwei Wochen überschritten hat, was eindeutig gesetzeswidrig ist. Die oben erwähnten Anfragen sind hier zu finden:
– Anfrage 1 vom 23. Juni 2016
– Anfrage 2 vom 20. August 2016

Wie der Vorstand der ARGE CANNA mittlerweile über zuverlässige inoffizielle Quellen in Erfahrung bringen konnte, stehen die Behörden in Österreich aber tatsächlich NICHT auf dem Standpunkt, dass alles, was CBD enthält und nicht als Arzneimittel zugelassen ist, nicht gehandelt werden darf. Dies ist weder in Österreich so, noch ist es in Deutschland oder der EU so. CBD beschäftigt die österreichischen Behörden tatsächlich praktisch überhaupt nicht; die EU-weiten Bestimmungen hierzu reichen völlig aus.

FAZIT: Cannabis-Extrakte und CBD-hältige Ölgemische sind also weiterhin frei verkaufbar, solange nicht ohne entsprechende Lizenz auf der Packung, am Etikett oder im Beipacktext behauptet wird, es handle sich um ein Medikament, und solange nicht bestimmte gesundheitliche Wirkungen versprochen werden.

 

Empfehlung für CBD-Händler und Patienten

Auch wenn sich das angebliche „CBD-Verbot“, das in den letzten Wochen in der Journaille die Runde machte, deutlich als Desinformationskampagne zu erkennen gibt, sind doch einige Dinge daran für unsere Patienten wichtig und beachtenswert.

CBD-Extraken, -Ölen, -Liquids oder -Kristallen mangelte es bisher in der EU an Kontrollinstrumenten, die eine Sicherstellung der Qualität garantieren. Dieser Misstand ist durch die Aufnahme von CBD ins Arzneimittelgesetz beseitigt worden. Ärzte können nun beruhigt CBD verschreiben, weil es nun ein Genehmigungsverfahren für verschreibungsfähiges CBD gibt. Dies ist ein Vorteil für Patienten, die auf exakte Dosierungen angewiesen sind.

Weiterhin uneingeschränkt möglich ist der Verkauf von Nutzhanf-Extrakten, CBD-Duft- oder -Massageölen und generell von Produkten aus legal in der EU produziertem Nutzhanf, die sich nicht als Arzneimittel ausgeben. Einzig zu beachten ist, dass der Gesamt-THC-Gehalt dieser Produkte unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen bleibt, da sonst in Österreich die Suchtmittelverordnung zu greifen beginnt.

Jenen Händlern, die in Österreich CBD-Produkte führen, welche nicht als Arzneimittel lizenziert sind, wollen wir ans Herz legen, diese Produkte auch weiterhin rückhaltlos anzubieten. Immer mehr Patienten setzen lieber auf natürliche Hanfextrakte statt auf labortechnisch hergestellte CBD-Reinsubstanzen aus der Pharmaindustrie. Für diese natürlichen, oft stark CBD-hältigen, aber auch mit vielen anderen wohltuenden Cannabinoiden und anderen Inhaltsstoffen gesegneten Extrakte gibt es kein Lizenzierungsverfahren durch Industrie und Behörden. Aber es gibt den AC-Tropfen der ARGE CANNA, der entsprechende Produkte lückenlos prüft und so unabhängig für Qualitätsgarantie und -kontrolle sorgt. Alle Infos zum AC-Tropfen finden Sie HIER. Die ARGE CANNA hat bereits begonnen, im Handel befindliche Produkte unabhängig zu testen. Dabei sind bereits eklatante Misstände aufgefallen zwischen den Angaben auf Etiketten und Verpackungen und den tatsächlichem Inhalt der Produkte. Erste Ergebnisse wird die ARGE CANNA noch 2016 veröffentlichen.
Weiterführende Infos über die Aufnahme von CBD ins Arzneimittelgesetz HIER.

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