Stellungnahme des Hanf-Instituts zu den Entwürfen für die Novellen zum Suchtmittelgesetz (SMG) und zur Suchtgiftverordnung (SV)

Wien, 19. Mai 2017 – Das Hanf-Institut hat diese Stellungnahme zur SMG-Novelle abgegeben.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Generelle Erläuterungen zu Cannabis:

Cannabis Sativa ist eine in unseren Breiten natürlich vorkommende Pflanze und mit seinem für die lokalen Sorten typischen sehr geringen THC-Gehalt heute zwar relativ selten, aber geografisch durchaus weit verbreitet (Vogelhanf).

Am Schwarzmarkt gibt es hochwirksame Produkte einer sehr ähnlichen Pflanze (ein anderer Genotyp) mit THC-Werten jenseits der 20-Prozentgrenze.

THC ist der verbotene bzw. verschreibungspflichtige Stoff der aus ausnahmslos allen Cannabispflanzen gewonnen werden kann – dies wäre allerdings Suchtgiftgewinnung und ist schon nach geltendem Recht in jeder Form strafbar.

Bei einem Gehalt von unter 0,3 Prozent THC kann laut bisherigem Gesetz (das ja in Bezug auf kommerziellen Hanfanbau gut funktioniert) Suchtgiftgewinnung ausgeschlossen werden. Man bräuchte rein rechnerisch ein Kilogramm Blütenmaterial, um unter 3 Gramm THC zu erzeugen.

Zu Z 16 (Anhang I.1.a)

Der Feststellung, dass zu Cannabidiol (CBD) keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, ist zu widersprechen. Auf der öffentlich zugänglichen Webseite PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed des National Institute of Health sind aktuell 1.722 Studien speziell zu Cannabidiol und 16.394 wissenschaftliche Arbeiten zu Cannabis als Heilmittel abrufbar.

Keine dieser Studien stellte eine toxische, sehr wohl aber fast alle eine therapeutische Wirkung von Cannabis allgemein und CBD speziell fest. CBD wird dabei unter unzähligen anderen Krankheitsbildern vor allem im Zusammenhang mit Schmerzen, Angstzuständen, Krebs und Schizophrenie als positiv wirkend genannt. Keine einzige Studie konnte bei CBD eine gesundheitsschädigende Wirkung in Form unerwünschter Nebenwirkungen feststellen.
Jüngste Studien bestätigen die hohe Effizienz von CBD bei Epilepsie-Patienten, die in Österreich bisher nur in anekdotischer Form vorliegen.

CBD hilft auch bei der Eindämmung der Nikotinsucht. Eine Studie des University College London kam zum Ergebnis, dass Nikotinsüchtige ihren Konsum binnen kurzen um 40 Prozent reduzierten. Anekdotische Erfahrungsberichte aus Österreich dokumentieren eine Senkung des Tabakkonsums zwischen 40 und 100 Prozent.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bekanntgegeben, dass noch 2017 in einer Studie der medizinische Wert der Hanfpflanze erstmals nach 82 Jahren reevaluiert wird. Alle bisher vorliegenden Studien vor allem aus den USA und Israel sprechen der Cannabis-Pflanze hohen therapeutischen Nutzen bei mittlerweile über 250 Krankheiten zu.

Die Klassifizierung von Cannabis als Suchtgift in den internationalen Konventionen von 1961 ist seit der Entdeckung des menschlichen Endocannbinoidsystems im Jahr 1995 durch den israelischen Forscher Professor Raphael Mechoulam umstritten.

Die vorgesehenen Änderungen der Suchtgiftverordnung mögen zwar die Suchtmittel-Rechtslage pro futuro unmissverständlich verdeutlichen, gehen aber an den wissenschaftlichen Erkenntnissen in puncto Cannabis der vergangenen 22 Jahre vorbei. Warum aber der Gesetzgeber Angst vor der natürlichen Cannabis-Blüte hat, bleibt weiterhin unverständlich.
In diese Zeit fällt neben der bereits erwähnten Entdeckung des Endocannabinoidsystems auch die Veröffentlichung einer Liste von 245 Krankheitsbildern durch den ehemaligen Chefmediziner der US-Drogenbehörde DEA, Dr. Tod Mikurya, der Cannabis für eines des sichersten Heilmittel hält.

Es handelt sich dabei um folgende Krankheitsbilder, die auch wissenschaftlich untersucht wurden:

  1. Adipositas (Fettleibigkeit – Überernährung und Bewegungsmangel)
  2. Agoraphobie (Panikstörung)
  3. akute Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  4. akute Nasennebenhöhlenentzündung
  5. Albträume (Angstträume)
  6. Alkoholdelirium (Angststörung, örtliche, zeitliche und situative Orientierungsstörungen, Halluzinationen, Verwirrtheit mit wechselndem Bewusstseinsgrad bis hin zum Koma; Unruhe, Zittern, Krämpfe, Schwitzen, Erhöhung von Puls, Blutdruck und der Atemfrequenz)
  7. Alkoholismus
  8. Alkoholmissbrauch (Abhängigkeitssyndrom)
  9. Allgemeine Gelenkschmerzen mit Gelenkverschleiß, Polyarthrose, Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
  10. Altersdemenz (Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten)
  11. Altersdiabetes
  12. Amblyopie (Schwachsichtigkeit, Sehstörung)
  13. Amphetaminabhängikeit
  14. Amyloidose (Stoffwechselerkrankung)
  15. Amyotrophe Lateralsklerose (degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems)
  16. Anaphylaktische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion, Allergische Reaktion/Schock), (Nesselsucht, Juckreiz, Erröten, Schwindel, Kopfschmerz oder Angstzuständen, Blutdruckabfall, Tachykardie, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot)
  17. Anderweitig klassifizierte Erkrankungen, bei denen psychische Faktoren eine Rolle spielen (psychosomatische Erkrankungen im engeren Sinne)
  18. Aneurysma der zerebralen Gefäße (Gehirnaneurysma, Arterienerweiterung im Gehirn)
  19. angeborene Schilddrüsenunterfunktion
  20. angeborener/vererbter Nystagmus (Augenzittern) und sonstige abnorme Augenbewegungen
  21. Angina Pectoris (Brustenge, anfallsartiger Schmerz in der Brust, durch eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzens) Angststörung, Phobie,
  22. anhaltende Ein- und Durchschlafstörungen, schlechte Schlafqualität (nicht erholsamer Schlaf)
  23. Ankylose eines Gelenkes (Gelenksteife)
  24. Anorexie (Appetitlosigkeit, Magersucht)
  25. Arbovirosen (Arbovireninfektion)
  26. Arthritis psoriatica (entzündliche Gelenkerkrankung bei Schuppenflechte)
  27. Asperger-Syndrom
  28. Asthma
  29. Asthmatische Bronchitis
  30. Atherosklerotische Herzkrankheiten – Verhärtung (Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und in geringeren Mengen auch Kalk in den Gefäßwänden) Atrophie blanche (Substanz- und Strukturveränderungen der Haut und Schrumpfung des Gewebes, Gefäßerkrankungsfolge)
  31. Aufmerksamkeitsdefizitsstörung (ADHS)
  32. Aufwach-Grand-mal-Epilepsie
  33. Autismus
  34. Autoimmunerkrankungen
  35. Bandscheibenschäden, -verlagerungen, -erkrankungen
  36. Bauchschmerzen bei Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  37. Begleithepatitis (nicht viral), Leberentzündung
  38. Bindehautentzündung
  39. bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung)
  40. Bläschenhornhautentzündung
  41. Blasenentzündung, Harnleiterentzündung
  42. Bulimie (Ess-Brechsucht)
  43. Chemotherapie (Brustkrebs, Chorionkarzinom, Hodentumore, Leukämien, malignes Lymphon, Lymphknotenkrebs, Tumoren, Metastasen)
  44. Chondropathia patellae (Knorpelkrankheit der Kniescheibe, Degeneration des Knorpels)
  45. Chronische Bronchitis
  46. Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  47. Chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  48. Chronische Polyarthritis, rheumatoide Arthritis (chronisch entzündliche, schubweise verlaufende Autoimmunerkrankung der Gelenke)
  49. Chronische postrheumatische Arthritis, Gelenkentzündung bei rheumatischen Erkrankungen
  50. Chronische Virushepatitis B, Chronische Virushepatitis C (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, depressive Symptome)
  51. Cluster-Kopfschmerzen
  52. Dermatitis
  53. Dermatomyositis-Polymyositis (Muskelerkrankung, -entzündung)
  54. diabetische Nephropathie (diabetische Nervenschädigung)
  55. diabetische periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen und Gefäßwandversteifung) Diabetischen Nephropathie (Nierenerkrankung, Nierenversagen)
  56. Diabetischen Retinopathie (diabetische Netzhauterkrankung)
  57. Divertikulitis (Darmentzündung)
  58. Drusen der Papille (Sehnervenerkrankungen)
  59. Dumping-Syndrom nach medizinischen Maßnahmen (Sturzentleerung flüssiger und fester Nahrung )
  60. Dupuytren-Kontraktur (Fibromatose der Palmarfaszie, Bindegewebe-Erkrankung der Handinnenfläche)
  61. Durchfall (Diarrhoe)
  62. Dyskeratosis follicularis (Morbus Darier), (erbliche Hautkrankheit – Verhornungsstörung der Haut), (Juckzreiz, trockene Haut)
  63. Dysthymie (chronische depressive Verstimmung)
  64. Ehlers-Danlos Syndrom (Störungen im Bindegewebes, Collagendefekt mit Auswirkungen auf Haut (Überdehnbarkeit), Gelenke (Überbeweglichkeit), Gefäße, Muskeln, Bänder, Sehnen und innere Organe)
  65. eiternde Erkrankung/Entzündung des Dick- oder Grimmdarmes (Durchfall)
  66. Ekzem (Juckflechte), nicht-infektiöse Hautentzündung (Hautrötung, Bläschenbildung, Nässen, Krustenbildung, Schuppung)
  67. Endometriose (Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut), (Unterleibschmerzen)
  68. Enthesiopathie (schmerzhafter Reizzustand der Sehnenansätze)
  69. Entzündung des Sehnervs (Retrobulbärneuritis), (Verfall der Sehschärfe bis zum Erblinden, Kopfschmerzen)
  70. Enzephalitis (Entzündung des Gehirns, Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit bis zu Lähmungen, Sehstörungen mit Doppelbildsehen, Krämpfen, Bewusstlosigkeit, Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen)
  71. Eosinophilie-Myalgie-Syndrom (Multisystemerkrankung, Muskelschmerzen, Vermehrung der eosinophilen Granulozyten im Blut, Krämpfe, Hautveränderungen und allgemeine Erscheinungen wie Fieber und Schwäche)
  72. Epicondylitis (Tennisarm)
  73. Epilepsieanfälle ohne Störung des Bewusstseins
  74. Epilepsien (Krampfanfälle, Verhaltens- oder Befindensstörungen)
  75. Erbrechen
  76. erhöhter Hirndruck
  77. Erkrankung/Vergrößerung des Fettgewebes – Fettgewebshyperplasie (Fettherz, Fettgewebs-Rheumatismus)
  78. Erkrankungen des Lymphsystems und Bindegewebserkrankungen
  79. Erregungsleitungsstörungen, Herzrhythmusstörung, zu langsamer Herzschlag (Bradykardie, Bradyarrhythmie), Herzschrittmacherbehandlung
  80. Erythema multiforme (akute entzündliche Erkrankung der Haut oder Schleimhaut, Stevens-Johnson-Syndrom infekt- oder arzneimittel-allergisch bedingte Hauterkrankung)
  81. Farbenblindheit
  82. Fazialisparese (Bell-Lähmung)
  83. Felty-Syndrom (Chronische Polyarthritis, Vergrößerung der Milz, Lymphknotenschwellung, Mangel an weißen Blutkörperchen-Leukozyten)
  84. Fibromyalgie/Fibrositis, Faser-Muskel-Schmerz, (chronische Schmerzen im Bereich Rücken, Nacken, Brustkorb, Gelenke, Arme, Beine Migräne, andauernde Müdigkeit Erschöpfung, allgemeine Schwäche, Antriebsschwäche, Konzentrationsstörungen, Wetterfühligkeit, Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht ,Schlafstörungen)
  85. Friedreich-Ataxie (degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems)
  86. Gastritis und Gastroduodenitis (Magenschleimhautentzündung, chronische Entzündung der Schleimhaut des Zwölffingerdarms)
  87. Gastroösophageale Refluxkrankheit ohne Ösophagitis (Sodbrennen ohne Entzündung der Schleimhaut)
  88. Gebärmutterkrebs
  89. Gehirntumor
  90. Gelenkschmerz
  91. Genitalherpes
  92. Gicht, Gelenkerkrankungen, Arthritis, Arthrose
  93. Glaukom
  94. Glioblastom (Gehirntumor)
  95. Gürtelrose (Herpes Zoster)
  96. Haarausfall
  97. Hämophilie A (Bluter)
  98. Harnleiterschmerzen, Nierenkolik
  99. Hautkrebs
  100. Hemiparese und Hemiplegie (unvollständige und komplette Halbseitenlähmung)
  101. Hereditäre motorisch-sensible Neuropathie Typ I (Charcot-Marie-Tooth-Hoffmann-Syndrom), Neurale Muskelatrophie (Schmerzen, Missempfindungen, Muskelkrämpfe)
  102. Herpes-simplex-Virusinfektion
  103. HIV-Infektion (Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Appetitverlust, Gelenksschmerzen, Hautausschlag, Nachtschweiß, Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Schluckschmerzen, Geschwüre, Steifer Nacken)
  104. Hodenkrebs
  105. Hodentorsion
  106. Huntington-Krankheit
  107. Husten
  108. Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  109. Hypertonie (Bluthochdruck)
  110. Hyperventilation (gesteigerte Lungenbelüftung), (hohe Atemfrequenz bei starker Luftnot, Engegefühl über der Brust. Gähnen, Seufzer, Reizhusten, Gefühllosigkeit und Missempfindungen, Verkrampfungen, Zittern, Muskelschmerzen, Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Benommenheit)
  111. Infantile Zerebralparese, Zerebraler Kinderlähmung, Spastik (Lähmungen und Bewegungsstörungen aufgrund frühkindlicher Hirnschädigung) Insomnie (Ein- und Durchschlafstörungen), (Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, Nervösität, Überforderungsgefühl) Insulinmangeldiabetes
  112. Ischämische Herzkrankheiten (Arterienverkalkung)
  113. Ischiassyndrom bei Bandscheibenvorfall
  114. Juckreiz, Sonstige somatoforme Störungen Psychogener Pruritus
  115. Kachexie (starke Abmagerung, allgemeiner Kräfteverfall)
  116. Karpaltunnelsyndrom (Kompressionssyndrom im Bereich der Handwurzel)
  117. Kinetose (Reisekrankheit, Bewegungskrankheit, Seekrankheit, Luftkrankheit, Raum- oder Landkrankheit), (Blässe, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen)
  118. Klimakterische Störungen/Beschwerden (Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Konzentrationsschwäche, Schwindel und verschiedene psychische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmung oder Konzentrationsstörungen), Postartifizielles Menopausensyndrom (Wechseljahrbeschwerden)
  119. Kokainabhängigkeit
  120. Krebs allgemein
  121. Lokalisationsbezogene Epilepsie
  122. Louis-Bar-Syndrom (Zerebellare Ataxie mit defektem DNA-Reparatursystem)
  123. Lungenemphysem, Emphysembläschen (übermäßiges Vorkommen von Luft an ungewohnten Stellen) Lungenfibrose (Erkrankung des Lungengewebes)
  124. Luxation von Halswirbeln (Verrenkung von Halswirbeln)
  125. Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit (bakterielle Infektionskrankheiten)
  126. Lymphknotenerkrankungen
  127. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür
  128. Magersucht (Anorexia nervosa)
  129. Makuladegeneration (Augenerkrankung)
  130. maligne Melanome
  131. Manie (affektive Störung)
  132. Marfan-Syndrom (genetisch bedingte Bindegewebserkrankung)
  133. Mastozytose (Ansammlung von Mastzellen in Haut oder inneren Organen, dermatologische und hämatologische Erkrankung)
  134. Melorheostose (Knochenverdickung aufgrund Stoffwechselstörung)
  135. Ménière-Syndrom oder -Schwindel (Erkrankung des Innenohres, Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und Ohrensausen (Tinnitus))
  136. Migräne (gewöhnliche, klassische, komplizierte, sonstige)
  137. Migräne mit Aura (Augenmigräne)
  138. Morbus Basedow (Autoimmunkrankheit der Schiddrüse)
  139. Morbus Crohn (chronische Entzündung des Verdauungstraktes, Darmerkrankungen)
  140. Morbus Osgood-Schlatter (Knieschmerzen, Kniescheibenschmerzen oder Schmerzen unterhalb der Kniescheibe), aseptische Osteochondrose (Wachstumskrankheit des oberen Schienbeins (an Wachstumsfugen) während der Wachstumsphase durch Überbelastung/Übergewicht/Sport)
  141. Mukopolysaccharidose
  142. Multiple Sklerose
  143. Muskeldystrophien (Muskelschwund) Muskelkrämpfe, Muskelkontraktur myeloische Leukämie
  144. Myelopathie
  145. Myofasziales Schmerzsyndrom (Schmerzen im Bewegungsapparat )
  146. Nagel-Patella-Syndrom (Deformationen der Fingernägel und Knochen), Osteoonychodysplasie (angeborene Fehlbildungen des Muskel-Skelett-Systems)
  147. Nebenhodenentzündung (Orchitis und Epididymitis)
  148. Neurasthenie (Nervenschwäche, Erschöpfung und Ermüdung, Ermüdung, Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, Impotenz, Frigidität, Neuralgie, Konzentrationsstörungen, Freudlosigkeit und Melancholie, Spannungskopfschmerz und erhöhte Reizbarkeit,
  149. Neuropathien, Erkrankungen des peripheren Nervensystems durch Entzündungen oder neurotoxische Substanzen
  150. Niederer Blutzuckerspiegel (Unterzuckerung, Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Kraftlosigkeit, Unwohlsein und Ermüdung, Nervosität, Krampfanfälle)
  151. Nieren- und Ureterstein (krampfartigen Schmerzen)
  152. Nierenentzündung, Erkrankungen der Niere und der Nierenfunktion
  153. Nierentumor
  154. Nikotinsucht
  155. Obstipation (Verstopfung)
  156. Opiat- und Opioidabhängigkeit
  157. Organische nicht psychotische Erkrankungen des Gehirns
  158. Organische psychische Störung, Hirnorganisches Syndrom
  159. Organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung, Reizbarkeit, Schwierigkeiten bei Konzentration und geistigen Leistungen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und verminderter Belastungsfähigkeit für Stress)
  160. Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit – abnorm hohen Knochenbrüchigkeit)
  161. Panarteriitis nodosa (Kussmaul-Maier-Krankheit, Autoimmunerkrankungen – Entzündung der Blutgefäße)
  162. Panikstörung
  163. Parkinson
  164. Pemphiguskrankheiten, Ödeme (blasenbildende Hautkrankheiten)
  165. Peutz-Jeghers-Syndrom (Polypen im Magen-Darm-Trakt, melanotische Pigmentflecken auf Haut und Schleimhäuten, vererbbare Genmutation)
  166. Porphyrie (Stoffwechselerkrankung)
  167. Post-Polio-Syndrom (PPS) (Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Muskelschwächen)
  168. Postkardiotomie-Syndrom (Kreislaufkomplikationen nach medizinischen Maßnahmen/Herzoperation), (Thoraxschmerz, Hustenreiz, Unwohlsein, Fieber- und Krankheitsgefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen)
  169. Posttraumatische Belastungsstörung (Gedächnisstörung, Depressionen, Dissoziative Störungen, Persönlichkeitsveränderungen, Bindungsstörungen, Suchtverhalten, Aggressive Verhaltensmuster, Selbstverletzendes Verhalten, Suizidversuche, Ein- und Durchschlafstörungen, erhöhte Schreckhaftigkeit, Hypervigilanz, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und Wutausbrüche)
  170. posttraumatische Gelenksbeschwerden, traumatisch bedingte Arthropathie (Gelenkerkrankungen)
  171. Prämenstruelle Beschwerden (PMS), Regelschmerzen
  172. Prostatakrebs
  173. Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata))
  174. psychisch bedingte Schmerzen
  175. psychisch bedingte Dysurie (Harnblasenentleerungsstörungen)
  176. psychisch bedingte Hyperhidrose (übermäßige Schweißproduktion) psychisch bedingte Impotenz (Stress)
  177. psychisch bedingte Pylorospasmus (verengter Magenausgang, Erbrechen)
  178. Purpura Schönlein-Henoch (Entzündung der kleinen Blutgefäße: krankhaften Hautveränderungen, kolikartige Bauchschmerzen, Blut im Stuhlgang, Erbrechen, Entzündung der Sprung- und/oder Kniegelenke, Schwellung der Füße und/oder Hände, verminderte Nierenfunktion, Schmerzhaftigkeit und Schwellung der Hoden, Kopfschmerzen, Krampfanfällen, Halbseitenlähmung, Choreatische Bewegungsstörungen, mentalen Störungen und Hirnblutungen, Sprachstörung, Ataxie – Erkrankung der Bewegungssteuerung)
  179. Pylorospasmus (Magenausgangverengung)
  180. Querschnittlähmung (Verletzung des Rückenmarks)
  181. Raynaud-Syndrom, Weißfingerkrankheit (Periphere Gefäßkrankheit)
  182. Reiter-Syndrom (Gelenksentzündungen, Arthritis, Harnröhrenentzündung Infektion der Harnwege, bakterielle Infektion des Darmes, Entzündung der Bindehaut)
  183. Reizdarmsyndrom (Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Beckenschmerzen)
  184. Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine )
  185. Rosazea Couperose (Kupferrose – akneähnliche Hauterkrankung im Gesicht)
  186. Rückenschmerzen, Verstauchungen des Rückens/Brustwirbelsäule
  187. Schädelhirntrauma, Gehirnerschütterung
  188. Schilddrüsenentzündung
  189. Schizoaffektive Störung (manisch-depressiven Störung (bipolaren affektiven Störung), Depression, Manie, Wahn, Halluzinationen)
  190. Schizophrenien (Paranoia, schizophrenen Psychose, blande Psychose, psychomotorische Störungen, Denkstörungen und Wahn)
  191. Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafs, schlafbezogenen Atmungsstörungen), (Tagesmüdigkeit, Einschlafzwang (Sekundenschlaf) Schleudertrauma der Halswirbelsäule
  192. Schluckauf (Singultus)
  193. Schmerz- und Beruhigungsmittelabhängigkeit
  194. Schmerzen aufgrund Anomalien des Kiefers (Dentofaziale Anomalien)
  195. Schmerzen im Becken und am Damm, sonstige Schmerzen der weiblichen Genitalorgane
  196. Schreibkrampf, Dystonie, Bewegungsstörungen
  197. Schultergürtel-Kompressionssyndrom (Läsionen des Plexus brachialis)
  198. Schulterläsionen,
  199. Schuppenflechte
  200. Schwere chronische Depression, depressive Episode
  201. Sehnenscheidenentzündung
  202. Sklerodermie (Bindegewebsverhärtung der Haut oder/und der inneren Organe, )
  203. Skoliose (angeborene Deformitäten der Wirbelsäule, Verkrümmung, Verdrehung)
  204. Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle (Reizbarkeit, Zwänge)
  205. Sonstige demyelinisierende Krankheiten des Zentralnervensystems
  206. Sonstige hyperkinetische Störungen
  207. sonstige Kiefergelenkserkrankungen
  208. Sonstige Krankheiten des Rückenmarkes,
  209. Sonstige Lähmungssyndrome
  210. Sonstige Mononeuropathien der unteren Extremität
  211. Sonstige nichtinfektiöse Magen-Darm-Entzündung (Magen-Darm-Grippe, Brechdurchfall, Bauch-Grippe)
  212. Sonstige vererbte spinale Muskelatrophie Typ-2
  213. Spannungskopfschmerzen, leicht- bis mittelschwere Kopfschmerzen (Ängstlichkeit, depressive Grundstimmung, Schlafstörungen; Jucken, Brennen, Spannen, Schmerzen der Kopfhaut; Verspannungen)
  214. Spina bifida occulta (Spaltwirbel)
  215. Spinal(kanal)stenose (Verengung des Wirbelkanales)
  216. Spondylolisthese (Wirbelgleiten), Instabilität der Wirbelsäule
  217. Spondylopathien (Wirbelsäulendegeneration), lumbosakrale Stenose (Cauda-equina-Syndrom)
  218. Spontaner Spannungspneumothorax
  219. Stottern
  220. Strabismus (Schielen- Augenmuskelgleichgewichtsstörung) und andere Erkrankungen mit funktionellen Sehbehinderungen
  221. Strahlentherapie (chronisch-entzündliche und degenerative Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellbogen, Schulterschmerzen, Arthrosen, Wirbelkörperhämangiome, Induratio Penis plastica, Krebs)
  222. Sturge-Weber-Syndrom (enzephalotrigeminale Angiomatose), angeborene Störung, Geburtsmal bzw. Portweinfleck im Gesicht, neurologische Abnormalitäten, Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom) sowie seltener andere Organirregularitäten)
  223. Sturge-Weber-Syndrom(Syndroms durch Gefäßfehlbildungen der Haut und im Gehirn, Tumorartige Gefäßneubildung – Angiom / Fehlbildung – Blutschwamm) Supraventrikuläre Tachykardie, Herzrasen – hoher Puls
  224. Sympathische Reflex-Dystrophie (komplexes regionales Schmerzsyndrom)
  225. Syringomyelie und Syringobulbie (Erkrankung des Rückenmarks)
  226. Systemischer Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung, Hautveränderungen, Entzündungen der Organe oder Gelenke)
  227. Tetraparese und Tetraplegie (Lähmung aller vier Extremitäten)
  228. Thrombangiitis obliterans (segmentale Gefäßentzündung kleiner und mittelgroßer Arterien und Venen überwiegend der unteren Extremität)
  229. Ticstörungen
  230. Tietze-Syndrom (druckschmerzhafte Schwellung im Bereich des Brutsbeinansatzesm, Brust- und Brustbeinschmerzen)
  231. Tinnitus
  232. Tourette-Syndrom (Ärger, Anspannung, Stress)
  233. Tremor (unwillkürliches abnormes Zittern, abnorme unwillkürliche Bewegungen)
  234. Trichotillomanie (zwanghaftes Haarausreißen)
  235. Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz)
  236. Übelkeit/Brechreiz mit und ohne Erbrechen
  237. Unterleibsentzündungen, Eileiterentzündung, Eierstockentzündung,
  238. Verdauungsstörung,
  239. Verletzungen der Hüfte oder des Oberschenkels, Schulter und Oberarm, Knie, Knöchel oder Fuss, Unterarmes, Ellbogens, Handgelenk, Hand, Finger Zähneknirschen (Bruxismus)
  240. Winiwarter-Buerger-Syndrom
  241. Zervikaler Bandscheibenschaden mit Myelopathie (Schädigungen des Rückenmarks)
  242. Zervikobrachial-Syndrom (von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen)
  243. Sonstige zervikale Bandscheibenschäden
  244. Zwangsstörung (Zwangshandlungen, Zwangsgedanken, Zwangsneurose)
  245. Zystische Lungenkrankheit (Mukoviszidose)

Patienten brauchen Hilfe. Angst vor Strafverfolgung und/oder existenzgefährdende therapeutische Kosten sind nicht sinnvoll. Das Recht auf Gesundheitsautonomie darf nicht verboten werden.

Es ist in diesem Zusammenhang rational nicht nachzuvollziehen, warum eine Alternative verboten werden soll, die Patienten (mit ärztlicher Verordnung ohne Ersatz durch die Krankenkasse) nutzen, die sich nicht berauschen wollen. Diese kranken Menschen wollen diese Pflanze ausschliesslich zu therapeutischen Zwecken nutzen, würden aber zukünftig strafrechtlich kriminalisiert.

Salbei, Kamille, Minze, Baldrian und ähnliche Pflanzen wirken auch therapeutisch oder psychoaktiv, unterliegen aber so wie tausende andere natürliche Heilmittel nicht dem SMG und deren Anbau ist auch nicht illegal.

Die Herabsetzung des THC-Grenzgehalts auf 0,2 Prozent kriminalisiert tausende Menschen die sich nicht berauschen wollen.

Logischer wäre es eher, die Grenze für private Pflanzungen auf 1% THC anzuheben wie in der Schweiz. Die Extraktion von THC aus Vogelhanf mit 1 Prozent THC ist ohnehin nach gültigem Gesetz verboten und eine berauschende Wirkung ist, wie man in der Schweiz sieht, auch bei dieser Wirkstoffkonzentration auszuschliessen.

THC ist laut SMG die verschreibungspflichtige Substanz im Hanf. Wenn plötzlich Menschen einen Nutzen für sich in einer nach derzeitiger Gesetzeslage suchtgiftfreien Version dieser Pflanze sehen, dürfen diese nicht kriminalisiert werden. Selbst Mohnpflanzen, aus denen auch im österreichischen Klima Opium gewonnen werden kann, sind frei erhältlich. Die Liste natürlicher Heilmittel reicht von Abies Alba bis zum Zizyphus jujuba.

Ebenso ist nicht nachvollziehbar, dass Patienten mit der geplanten Änderung entweder empfindlich höhere Kosten oder eine Kriminalisierung zu erwarten haben. Als dritter Weg bleibt kranken Menschen dann nur noch der Einkauf im Ausland via Internet, womit wiederum der österreichischen Wirtschaft Umsatzverluste in einer Zukunftsbranche entstehen.

Zu 1) a. b)

Die momentane strafrechtliche Grenzmenge beträgt bei Cannabis 20 Gramm THC. Bei einem THC Gehalt von unter 0,3 Prozent bräuchte man, um diese Grenzmenge zu erreichen, eine Gesamtmenge von mindestens rund 6,7 Kilogramm Cannabiskraut. Eine psychoaktive Wirkung ist bei dieser Konzentration nicht gegeben.

Am Schwarzmarkt gibt es Cannabisblüten mit über 20 Prozent THC Gehalt – THC-hältiger Vogelhanf mit rund einem Prozent THC ist auf einem Markt, wo das psychische Wohlgefühl im Vordergrund steht, unverkäuflich. Die Extraktion wäre teurer als der kolportierte erzielbare Verkaufspreis und ausserdem nach geltendem SMG verboten.

Des weiteren ist es, abgesehen davon, dass auch die Verarbeitung von Blüten aus den im EU-Saatgut-Katalog enthaltenen Sorten nun strafbar werden soll, aufgrund einer botanischen

Besonderheit nicht möglich, aus diesen Sorten nutzbare Hanfblüten hinsichtlich des Cannabinoidprofiles zu produzieren:

Die Hanfpflanze ist von Natur aus einjährig und zweihäusig – d.h. es werden männliche und weibliche Individuen ausgebildet. Die Bestäubung erfolgt im Spätsommer durch den Wind und der Vegetationszyklus der weiblichen Pflanzen dauert, da sie die Samen produzieren, länger als der der Männlichen. Unbefruchtete weibliche Blüten enthalten die meisten Cannabinoide und Terpene – bei THC-reichen Sorten auch das meiste THC.

Die Sorten des EU Saatgutkataloges sind nach streng botanischen Kriterien keine Hanfpflanzen mehr. Sie wurden zur Faserproduktion geschaffen welche einen einheitlichen Erntezeitpunkt benötigt. Diese Pflanzen sind daher einhäusig und bilden sowohl männliche wie auch weibliche Blüten an derselben Pflanze aus. Dies war auch im Sinne eines weiteren Zuchtziels – der Minimierung der Cannabinoidproduktion. Da die männlichen Blüten direkt neben den weiblichen wachsen, bleiben am Ende der Blüte nur Samen und Samenkapseln, jedoch kaum Material mit den wirksamen (legalen) Cannabinoiden und Terpenen.

Daher ist zu bezweifeln, dass auf Faserproduktion gezüchtete Pflanzen – schon allein wegen der zwingenden Befruchtung – überhaupt ein vergleichbares Cannabinoidprofil zustande bringen. Berücksichtigt man, dass es in anderen Ländern seit langem ein medizinisches Zuchtziel gibt kann man dies wohl mit Sicherheit ausschließen.

Hanfpflanzen komplett ohne THC zu züchten wird aufgrund der Cannabis-Synthase niemals möglich sein.

Festzuhalten ist, dass nach derzeitiger praktizierter Lage legale Kräuter, welche vielen Patienten helfen, mit der Verordnung illegalisiert würden. Dieser Hanf entstammt zumeist, wie oben erklärt keinem EU-Saatgut, sondern entweder (teilweise illegal wild wachsendem) Vogelhanf oder auch in den USA, Kanada und Israel gezüchteten medizinischen Sorten.

Etwa 10 bis 15 Prozent der Phänotypen der bekannten THC-armen Sorten haben einen THC Gehalt unter 0,3%. Phänotypen unter 0,2% THC haben derzeit Seltenheitswert, sind aber schon in Entwicklung.

In diesen Ländern – vor allem in Israel – ist die Forschung zum Thema Cannabinoide sehr weit fortgeschritten. In diesem Zusammenhang sei auf das Meir Medical Center, Kfar Saba, Israel und die Internetseite www.tikun-olam.info vwerwiesen – deren Studien sind von renommierten Fachleuten und insbesondere auch in Bezug auf Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen von CBD (und THC) interessant. Jedenfalls belegen sie die Notwendigkeit der Verfügbarkeit von THC-armen CBD-Produkten.

Eine Studie die das Monopräparat CBD mit dem Extrakt einer THC-armen Sorte vergleicht findet sich übrigens hier: http://www.tikun-olam.info/Avidekel-Versus-Single-Molecule-CBD – Auch macht diese Studie klar, dass das Kraut bzw. dessen Extrakt dem Monopräparat klar überlegen ist weswegen das Monopräparat kein gleichwertiger Ersatz für Pflanze bzw. deren Extrakt sein kann.

Diese Erkenntnis deckt sich mit der anekdotischen Evidenz von Dronabinol- und Sativex-PatientInnen, die dem Hanf-Institut und Partnerorganisationen bekannt sind und wonach noch kein Cannabis-Patient mit Vergleichsmöglichkeit die erhältlichen teuren Cannabis-Extrakte der natürlichen Blüte oder Cannabis-Konzentraten (bspw. Rick Simpson Oil) vorgezogen hätte.

Außerdem wären sämtliche momentan verfügbaren CBD-Produkte durch die Verordnung verboten. Verfügbar wäre CBD dann nur mehr als Sativex in einer Mischung mit dem „Suchtgift“ THC. Im Endeffekt müssten Patienten, die momentan mit CBD gut leben können, auf ein wesentlich teureres suchtgifthältiges Präparat umsteigen (Sativex).

Dieses momentan „Suchtgift“-freie Kraut hilft Patienten. Ein Verbot treibt sie in die Kriminalität, da durch die Novelle nur mehr eine teure, suchtgifthältige Alternative zur Verfügung steht.

Was soll eine vierjährige Epileptikerin, die auf CBD gut anspricht, kurzfristig machen? Suchtgift nehmen? Ein, wie oben genannte Studie aus Israel belegt, schlechter wirksames pharmakologisches Produkt?

Ein Rundumschlag gegen alle CBD-hältigen Produkte von Lebensmittel über Salben bis zu Kosmetika hemmt zudem die wirtschaftlich bedeutsame Innovationskraft. Es war ein Österreicher, der die ersten vier Patente zu Cannabis-Kosmetika erlangte.

Daraus folgt:

Eine Absenkung der THC-Grenze von 0,3 Prozent auf 0,2 Prozent entbehrt einer sachlichen Grundlage. Die psychoaktive Mindestwirkmenge liegt bei 10 Milligramm THC, womit schon nach der derzeitigen Regelung der Konsum zu psychoaktiven Zwecken mindesten 32 Gramm Nutzhanf pro einmaliger Konsumeinheit betragen müsste. Im Zubehörhandel gibt es keinerlei Pfeifen mit derart grossen Volumina. Die Grenze sollte vielmehr im Sinne der Patienten, für welche die berauschende Wirkung nicht im Vordergrund steht, auf 1% THC angehoben werden – und zwar unabhängig von Sorte und Verwendung.

Eine Verwendung von Cannabis mit unter 0,3 Prozent THC-Gehalt, aber hohem CBD-Gehalt kann zu gar keiner Berauschung führen, da CBD ein starker THC-Antagonist ist.

Im Zusammenhang mit den bebsichtigten Änderungen bei der Opioid-Substitution sei vermerkt, dass Cannabis ein guter Opiat-Agonist ist. Kombinationstherapien könnten hier effektiver zu einer Absenkung der Mengen verschriebener Opiat-Subistute führen.

Aufgrund des Vorbehalts Österreichs zum Artikel 36 der Single Convention von 1972 ist eine Einbeziehung einer nicht psychoaktiven Substanz ins SMG und der darin vorgesehenen strafrechtlichen Verfolgung ebenso nicht notwendig. Bisher kam noch kein einziger Mensch durch CBD zu Schaden.

Mit freundlichen Grüssen

Toni Straka, Obmann Hanf-Institut

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