Statement von Toni Straka zur Einreichung der Medical Cannabis Bürgerinitiative

Wien, 26.Mai 2017 – Finden Sie hier Hanf-Institutsvorstand Toni Strakas komplettes Statement anlässlich der Einreichung von 10.000 Unterschriften für die parllamentarische Medical Cannabis Bürgerinitiative am 26. Mai 2017 im Wiener Palais Epstein an Parlamentsdirektor Dr. Harald Dossi.

Sehr geehrter Herr Parlamentsdirektor,
sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte HanffreundInnen und Hanffreunde!

Ehe ich mit ein paar Worten die Dringlichkeit unseres Anliegens, das hier gut sichtbar von tausenden Menschen unterstützt wird, vermitteln möchte, darf ich mich HERZLICHST bei Herrn Direktor Dossi und all seinen Helfern, die einen so kurzfristigen Termin in dieser schönen Atmosphäre ermöglicht haben, bedanken.

Wir überbringen heute die Hoffnung von unseren Unterstützern zwischen – wie sie sehen – jungen vier und weisen 78 Jahren, dass Hanf wieder als das behandelt wird, was er ist – nämlich eine unschädliche HEILPFLANZE.

Hanf kann genau das, was auch oberstes Ziel einer humanen Gesundheitspolitik ist: Nämlich einer alternden österreichischen Bevölkerung ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Jeder Tag Prohibition bedeutet für zehntausende Hanf-Patienten einen weiteren Tag SCHMERZEN.

Hanf ist längst wieder als Heil- und Genussmittel in allen Gesellschaftsschichten angekommen.

Bei unserer Unterschriftensammlung für diese 2. Cannabis-Bürgerinitiative haben bisher über 10.000 ÖsterreicherInnen und Österreicher zwischen 16 und 90 mit Ihrer Unterschrift dafür gestimmt, kranke Menschen nicht mehr dafür zu bestrafen, weil sie ein jahrtausende altes nebenwirkungsarmes Heilmittel gegen Schmerzen und über 250 Krankheiten anwenden.

Das Thema Cannabis als Medizin hat in den vergangenen Jahren enorm an Brisanz gewonnen. In Deutschland ist Cannabis als Medizin seit kurzem legal – wenngleich auch das dortige Gesetz noch viel Lebensnähe vermissen lässt.

Doch in Österreich will der Staat in wenigen Tagen eine neuerliche Gesetzes-Novelle abhandeln, in der Hanf wider alle Fakten zur Chemikalie hochstilisiert wird.

Alle, die Cannabis kennen, wissen aber, dass er eine von über 28.000 Heilpflanzen auf dieser Welt – wie Kamille, Salbei oder Baldrian – ist.

So soll Cannabis daher nach unserer Ansicht auch behandelt werden: Als Pflanze.

Vergleichen wir es doch mit einer anderen Frucht, dem Apfel. Zum Apfel essen brauchen wir weder die Hilfe von Ärzten oder Experten, um zu wissen, dass wir uns damit etwas Gutes tun. Und niemand möchte einen Apfel, der getrocknet in Kapseln abgefüllt wurde.

Der erste Vorstoss für eine Legalisierung von Hanf brachte ein phänomenales Ergebnis.

33.000 Österreicherinnen und Österreicher unterschrieben die erste BI mit ihrem vollen Namen.

Doch was kam als Antwort darauf?

Leider wurden alle in der Bürgerinitiative geforderten Anliegen ignoriert und die Gesetzesreform brachte keine Erleichterung für Hanffreundinnen und Hanffreunde.

Jetzt soll sich die Situation mit einer neuerlichen Reform des Suchtmittelgesetzes – wo Cannabis überhaupt nicht hingehört – noch weiter verschlechtern. Kaum erkennt das Gesundheitsministerium, dass Cannabidiol ein wertvolles Heilmittel ist, will sie eben dieses jetzt in einer hastigen Gesetzesreform auch verbieten und damit insbesondere Schmerz- und Krebspatienten mit ihren Schmerzen und Leiden allein lassen.

Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen. Damit könnte diesen Menschen auch eine schmerz- und leidensfreie Zeit bis zu einer generellen gesetzlichen Neubetrachtung der Hanfpflanze gewährt werden, die ja nicht nur ein Heilmittel, sondern auch ein Nahrungsmittel, ein erneuerbarer klimaneutraler Energieträger und die hochwertigste Naturfaser ist, und daher multidisziplinär betrachtet werden muss.

Dass man mit legalem Cannabis rund eine Milliarde Euro positiv zum österreichischen Budget beitragen und 50.000 Arbeitsplätze schaffen könnte sei hier nur nebenbei erwähnt.

Wir hoffen, dass die österreichische Bundesregierung alle wissenschaftliche Evidenz vor einem übereilten Gesetzesbeschluss zu einer nebenwirkungsarmen Heilpflanze berücksichtigt, die so breitflächig angewendet werden kann.

Damit wollen wir erreichen, dass jene, die den Hanf am Nötigsten brauchen, nämlich die Patienten, möglichst rasch zum Heilmittel ihrer Wahl kommen.

Diese Bürgerinitiative geht jetzt schon mit einer guten Einstiegszahl von Unterschriften in den demokratischen Abstimmungsprozess.

Im Namen der über eine Million Hanffreundinnen und Hanffreunde in Österreich, vor allem aber im Namen des derzeit in Untersuchungshaft befindlichen Cannabis Social Club Salzburg Gründers Wilhelm Wallner, der nach derzeit geltender Gesetzeslage dafür mit Haftstrafe bedroht wird, weil er nachweislich – so steht es zumindest in dem umfangreichen Prozessakt – 200 kranken Menschen geholfen hat, hoffe ich, dass viele weitere Stimmen pro Medical Cannabis auf der Webseite des Parlaments zeigen, wie wichtig den Menschen eine lebensnahe Gesundheitspolitik ist, die sich an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert und das unbedingte Recht auf Schmerzfreiheit und Gesundheit über das Strafrecht stellt. Danke!

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