Grüne wollen leichteren Zugang zu Cannabismedizin

Grünen-Gesundheitsprecherin Eva Mückstein

Wien, 30.Mai 2017 – Aus der Parlamentskorrepondenz vom 30. Mai:

Für Verbesserungen im Bereich der Cannabismedizin setzt sich G-Abgeordnete Eva Mückstein ein und verweist dabei auf entsprechende Regelungen in Deutschland ( 2078/A(E) ).

Seit Jänner 2017 haben dort die PatientInnen die Möglichkeit, auf ärztliche Verschreibung hin getrocknete Cannabis-Blüten und Cannabis-Extrakte in Apotheken zu beziehen. Cannabismedizin sei für ihre schmerzstillende, stimmungsaufhellende, appetitfördernde und entspannende Wirkung bekannt und werde vor allem in der Schmerztherapie, zur Linderung der Nebenwirkungen von Chemotherapie, zur Behandlung von multipler Sklerose, Tourette-Syndrom u.v.m. eingesetzt. Die Regelung im Nachbarland sieht vor, dass die Leistung nur bei der ersten Verordnung einer Genehmigung durch die Krankenkasse bedarf, wobei eine Ablehnung nur in begründeten Ausnahmefällen möglich ist.

Außerdem soll in der Palliativversorgung ein besonders rascher Zugang zu Cannabis-Präparaten ermöglicht werden. Vorgesehen ist auch eine wissenschaftliche Begleiterhebung, um die medizinische Wirkung der Cannabispflanze noch weiter zu erforschen. In Österreich hingegen ist das Arzneimittel Dronabinol chefarztpflichtig; die Kosten werden von den Kassen nur bei ca. 30% der PatientInnen übernommen. Bundesweit verschreiben derzeit nur ca. 40 bis 50 ÄrztInnen Cannabismedikamente, wobei es ein starkes Ost-West-Gefälle gibt. Mehr Fortbildung in diesem Bereich sei daher dringend notwendig.

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