Kategorie-Archiv: International

Hanf-Institut Interview mit dem Cannabisöl-Pionier Rick Simpson: Krebs kann mit Cannabis geheilt werden

Wien, 9. August 2017 – Toni Straka, Obmann des Hanf-Instituts, hat die Cannabisöl-Legende Rick Simpson interviewt.
Rick Simpson hat mit dem nach ihm benannten Rick-Simpson-Öl (RSO) schon tausende Menschen von Krebs und anderen schweren Leiden geheilt und beziffert die Erfolgsrate bei Krebs zwischen 80 und 90 Prozent. In dem Video werden Produktion und Anwendung von RSO erklärt.

Hemp Institute records first cancer healing with cannabis oil

Vienna, July 20, 2017 – A 47 year old man from Wagrain in Austria has successfully beaten his prostate cancer stage 4 with cannabis oil, the Austrian Hanf-Institut (Hemp Institute) announced on Thursday. According to his latest lab tests and doctor’s letters, he has now been cancer free for more than 3 months after treating himself with massive doses of cannabis oil for 18 months while dropping all other chemical pharmaceuticals and going off chemo therapy, which he says did more bad than good. Martin Winkler is the first documented case in Austria where cannabis oil made his ‚inoperable‘ tumor vanish completely.

But his health may come at a heavy price. Treating yourself with cannabis products in Austria is still punishable by law and can carry multi-year prison sentences.

Winkler had a life expectancy of another six months after six months of initial chemo therapy. Now, roughly 18 months later, he is cancer free, according to his urologist Ulfrit Scrinzi.

After initial treatment with Austria’s only legal cannabis medication, a very expensive synthetic THC extract named ‚Dronabinol‘, „that helped my appetite but did nothing against my cancer“, said Winkler, he began to use an alcohol extraction based cannabis concentrate in massive doses. He administered himself the so called Rick Simpson Oil in massive doses of up to five grams per day.

The cancer patient was initially confronted with doubts by his doctors. „My general practician was first against cannabis treatment but would now recommend it to other cancer patients“, said Winkler.

Parliamentary Medical Cannabis Citizen’s Initiative

Austria’s Hanf-Institut has renewed its demand for an immediate decriminalisation of cannabis patients in Austria which still face imprisonment for curing themselves with the world’s oldest healing plant.

„Getting healthy must not be threatened with prison sentences. This patient has answered the question whether to die legally or survive outside the law for himself“, said Hanf-Institut chairman Toni Straka.

„One quarter of Austrian deaths are a result of cancer. A quick change in laws regarding medical cannabis patients could certainly save lives“, said Straka.

The Hanf-Institut and Arge Canna, a medical cannabis patients association, have initiated a Parliamentary medical cannabis citizen’s initiative that can be signed online on the website of the Austrian parliament at least until the end of year. Including offline signatures the initiative has collected more than 13,000 signatures as of today.

Public approval for legal medical cannabis regularly reaches more than 95 percent in online polls. The general legalization of cannabis has been favored by 50 to 85 percent of Austrians in representative polls.

VIDEO: Schleppender Fortschritt auf dem Weg zu einer menschenrechtskonformen Drogenpolitik in Österreich?“

Wien, 28. März 2017 – Der erste HUMAN RIGHTS TALK des Jahres 2017 mit dem Titel „Schleppender Fortschritt auf dem Weg zu einer menschenrechtskonformen Drogenpolitik in Österreich?“ befasste sich mit mehreren grundlegenden Themenbereichen:

  • DrogenhändlerInnen, öffentlicher Raum und Racial Profiling
  • Österreichs Position zur aktuellen weltweiten Entwicklung von Drogenregulierung und Entkriminalisierung
  • Schadensminimierung (Angebote zur Verringerung oder Vermeidung negativer Folgen des Drogenkonsums) und deren Verfügbarkeit in Österreich
  • sowie aktuelle politische und zivilgesellschaftliche Bemühungen für eine sinnvolle und menschenrechtskonforme Drogenpolitik in Österreich.

Eine schriftliche Zusammenfassung der Diskussion gibt es hier.

Hier das Video von der Veranstaltung.

Auf dem Podium im Juridicum Wien diskutierten Rainer SCHMID (checkit!), Katharina Beclin (Institut für Strafrecht und Kriminologie, Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien), Toni Straka (Hanf Institut), Roland Reithofer (Suchthilfe) und  Stefan Schumann (Johannes Kepler Universität, Linz). Moderation: Manfred Nowak (Forschungszentrum Menschenrechte).

„HUMAN RIGHTS TALK: Schleppender Fortschritt auf dem Weg zu einer menschenrechtskonformen Drogenpolitik in Österreich?“

Wien, 11. März 2017 – Die Podiumsdiskussion „HUMAN RIGHTS TALK: Schleppender Fortschritt auf dem Weg zu einer menschenrechtskonformen Drogenpolitik in Österreich?“ des Forschungszentrums Menschenrechte der Universität Wien in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte betrachtet am 16. März 2017 den status quo der Rechtslage im Drogenthema.

Drogenpolitik und Menschenrechte sind weitreichend verzweigt – von Drogenanbau und Produktion bis hin zu Transport, Verkauf und Konsum. Gleichzeitig kann mit Sicherheit behauptet werden, dass weltweit noch keine Regierung einen tatsächlich menschenrechtskonformen Ansatz für den Umgang mit Drogen implementiert hat. Wie könnte eine menschenrechtskonforme Drogenpolitik hier in Österreich aussehen und wie nah oder wie weit entfernt ist Österreich von einem solchen Modell?

Der erste HUMAN RIGHTS TALK des Jahres 2017 mit dem Titel „Schleppender Fortschritt auf dem Weg zu einer menschenrechtskonformen Drogenpolitik in Österreich?“ befasst sich mit mehreren grundlegenden Themenbereichen: DrogenhändlerInnen, öffentlicher Raum und Racial Profiling; Österreichs Position zur aktuellen weltweiten Entwicklung von Drogenregulierung und Entkriminalisierung; Schadensminimierung (Angebote zur Verringerung oder Vermeidung negativer Folgen des Drogenkonsums) und deren Verfügbarkeit in Österreich; sowie aktuelle politische und zivilgesellschaftliche Bemühungen für eine sinnvolle und menschenrechtskonforme Drogenpolitik in Österreich.

Auf dem Podium diskutieren Katharina Beclin (Institut für Strafrecht und Kriminologie, Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien), Roland Reithofer (Suchthilfe), Rainer SCHMID (checkit!), Stefan Schumann (Johannes Kepler Universität, Linz) und Toni Straka (Hanf Institut). Moderation: Manfred Nowak (Forschungszentrum Menschenrechte).

Der Eintritt ist frei, aus logistischen Gründen wird um
Anmeldung bei humanrightstalk@univie.ac.at! gebeten

Niederlande machen Schluss mit der Heuchelei und beschliessen komplette Legalisierung von Cannabis

Wien, 22. Februar 2017 – Im niederländischen Parlament wurde am vergangenen Dienstag eine Gesetzesvorlage mit 77:72 Stimmen beschlossen, die den regulierten Anbau von Cannabis regelt und damit endlich das Problem der paradoxen „Achterdeur“-Wegschaupolitik löst. Bisher war nur der Verkauf an Endverbraucher in Kleinstmengen legal. Der Cannabis-Einkauf der Coffeeshops von den Produzenten war aber immer noch mit Strafe bedroht.

Die Gesetzesvorlage der D66-Politikerin Vera Bergkamp soll die Grauzone an der Hintertür der Coffeeshops beenden. Coffeeshops durften nie mehr als 500 Gramm Cannabis-Produkte lagern. Bisher sahen die Behörden jahrzehntelang beim ungeregelten Einkauf der Coffeeshops weg. In den Niederlanden können Polizei-Beamte ihre Arbeit zu einem hohen Grad den wahren Prioritäten widmen.

Der von einer progressiven Koalition getragene Entschluss wird im ganzen Land begrüsst, wo die Verschärfung der Coffeeshop-Regelungen vor einigen Jahren die Situation verschlechtert und zu höherer Kriminalität nach 40 Jahren pragmatischer Vernunft-Politik geführt hatte.

Dutzende ländliche Bezirke und Gemeinden haben ein Manifest zur geregelten Cannabis-Produktion unterzeichnet und 25 Gemeinden haben Modellprojekte beim Innenministerium eingereicht.

Legales Cannabis für fast 100 Millionen Europäer seit Jahresbeginn

Hanf-Institutsobmann Toni Straka sagte dazu: „Es ist erfreulich, dass die Niederländer nach einiger Verunsicherung durch populistische Rechtspolitiker wieder auf den Pfad einer lebensnahen Politik ­zurückkehren. Damit können jetzt seit Beginn des Jahres 2017 schon fast 100 Millionen Menschen in zwei EU-Ländern legal Cannabis erwerben und konsumieren.“

Straka hofft, dass die Legalisierung in den Niederlanden und die überraschend schnelle Legalisierung von medizinischem Cannabis in Deutschland Ende Jänner auch in Österreich zu einer Normalisierung im Umgang mit der ältesten Heilpflanze der Welt führen wird.

Dies sei aus gesundheitspolitischer und volkswirtschaftlicher Perspektive der vernünftigste Weg.
„Mit einer Legalisierung von Cannabis als Genussmittel und Heilpflanze könnten bei Exekutive, Justiz und im Gesundheitssektor schon im ersten Jahr Millionenkosten, die die bisherige Verfolgung eines opferlosen Verbrechens kostet, eingespart werden. Der Finanzminister wiederum könnte sich über Steuereinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe freuen. Die Wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen wären ebenfalls enorm. In Colorado, wo Cannabis komplett legalisiert wurde, spülen die Reformen Millionenbeträge in die Staatskasse und bisher entstanden über 40.000 Arbeitsplätze“, sagte Straka.

Niederlande: Parlament votiert mit 77:72 Stimmen für komplette Cannabis-Legalisierung

Wien, 21. Februar 2017 – Das niederländische Parlament hat mit knapper Mehrheit von 77:72 Stimmen ein Gesetz verabschiedet, das den regulierten Anbau von Cannabis regelt und damit endlich das Problem der paradoxen Achterdeur-Wegschaupolitik löst, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Bisher war nur der Verkauf an Endverbraucher in Kleinstmengen legal. Der Einkauf der Coffeeshops von den Produzenten war aber immer noch mit Strafe bedroht.

Der von einer progressiven Koalition getragene Entschluss wird im ganzen Land begrüsst, wo die Verschärfung der Coffeeshop-Regelungen vor einigen Jahren die Situation verschlechtert und zu höherer Kriminalität nach 40 Jahren Vernunft-Politik geführt hatte.

Dutzende ländliche Bezirke und Gemeinden haben ein Manifest zur geregelten Cannabis-Produktion unterzeichnet und 25 Gemeinden haben Modellprojekte beim Innenministerium eingereicht.

Die Gesetzesvorlage der D66-Politikerin Vera Bergkamp soll die Grauzone an der Hintertür der Coffeeshops beenden. Coffeeshops durften zugleich aber nie mehr als 500 Gramm Cannabis-Produkte lagern. Bisher sahen die Behörden jahrzehntelang beim Einkauf der Coffeeshops weg. In den Niederlanden können Polizei-Beamte ihre Arbeit zu einem hohen Grad den wahren Prioritäten widmen.

Hanf-Institutsobmann Toni Straka sagte dazu: „Es ist erfreulich, dass die Niederländer nach einiger Verunsicherung durch populistische Rechtspolitiker wieder auf den Pfad einer lebensnahen Politik zurückkehren. Damit können jetzt seit Beginn des Jahres 2017 Menschen in zwei EU-Ländern legal Cannabis erwerben und konsumieren.“

Deutscher Bundestag verabschiedet Gesetz zu Cannabis als Medizin


Wien, 23. Jänner 2017 – Wir geben hier die Pressemitteilung des Deutschen Hanfverbands zur Legalisierung von Cannabis als Medizin wider:

Heute hat der Bundestag das lange diskutierte Gesetz zur medizinischen Verwendung von Cannabis verabschiedet. Trotz Kritik im Detail sieht der Deutsche Hanfverband darin einen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Cannabispolitik und einen großen Fortschritt für Patienten und Ärzte.

„Die Kombination aus einer relativ einfachen Verschreibungsmöglichkeit, einer relativ großen Bandbreite an Krankheiten und der Zahlung durch die Krankenkassen macht Deutschland nun mit einem Paukenschlag zu einem der weltweit führenden Länder in Sachen Cannabis als Medizin“, so DHV-Sprecher Georg Wurth.

Vor allem die Verhinderung des Eigenanbaus durch Patienten sieht der Verband allerdings kritisch. In vielen Ländern, insbesondere in Kanada und vielen Bundesstaaten der USA, ist der Eigenanbau erlaubt und es gibt keine Berichte über negative Erfahrungen mit dieser Regelung.

„Der Eigenanbau würde den Patienten nicht nur Zugang zur gesamten Sortenvielfalt von Hanf ermöglichen, sondern er würde auch die Krankenkassen entlasten“, zeigt sich Georg Wurth überzeugt.

Auch Unklarheiten bezüglich der Definition einer „schwerwiegenden Erkrankung“ sieht der Verband kritisch. Nur in solchen Fällen sollen die Krankenkassen Cannabis-Medizin erstatten. Aber was ist eine schwerwiegende Erkrankung? Das Bundesinstitut für Arzneimittel hat schon für sehr viele verschiedene Erkrankungen Ausnahmegenehmigungen zum Erwerb von Cannabis erteilt und die Verwendung damit anerkannt, darunter ADHS, Tinnitus, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Ob die Kassen in diesen Fällen nun die Kosten übernehmen, bleibt unklar und muss im Zweifelsfall vor Gericht geklärt werden.

„Wir werden weiter auf Verbesserungen in diesen Details drängen und die Entwicklung intensiv begleiten. Allerdings ist der große Knoten bei Cannabis als Medizin nun gelöst. Jetzt werden wir die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel und die Entkriminalisierung der Konsumenten noch stärker in den Fokus rücken“, so Georg Wurth.

In Österreich ignoriert man weiterhin die Faktenlage

Österreichische PatientInnen können einstweilen weiterhin nur davon träumen, das Heilmittel ihrer Wahl legal verwenden zu können. Die jüngste Antwort des Gesundheitsministeriums auf einen Offenen Brief des Hanf-Instituts ignoriert weiterhin die Faktenlage, dass natürliches Cannabis schon in vielen Ländern erfolgreich als Medikament eingesetzt wird und behauptet:

Für den medizinischen Einsatz von Cannabisblüten liegen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen vor.

Der Verweis auf eine nicht ausreichende wissenschaftliche Faktenlage durch das Gesundheitsministerium geht laut dem Hanf-Institut ins Leere: „Allein seit 2012 wurden über 4.000 medizinische Studien zu Cannabis veröffentlicht, die ausnahmslos die breite Heilwirkung dieser ungiftigen Pflanze bestätigen“, sagte Obmann Toni Straka und ergänzte, „es ist unverständlich, dass der österreichischen Staat weiterhin den Kopf in den Sand steckt obwohl sich durch den Einsatz von natürlichem Cannabis potentielle EInsparungen in Milliardenhöhe ergeben können.“

MEILENSTEIN: Deutsches Bundesverwaltungsgericht erlaubt Patienten Eigenanbau

BGHLogoWien, 7. April – Ein neues Urteil in Deutschland rückt den Eigenanbau für Cannabis-Patienten in Reichweite. Das Bundesverwaltungsgericht (BGH) hat erstmalig einem schwer kranken Mann den Cannabisanbau zu Hause erlaubt. Wenn keine andere Therapiemöglichkeit zur Verfügung stünde, müsse einem Patienten so der Zugang zu Cannabis ermöglicht werden, entschieden die Bundesrichter am 6. April in Leipzig.

Hier die gesamte Pressemitteilung des BGH:

Eigenanbau von Cannabis zu therapeutischen Zwecken ausnahmsweise erlaubnisfähig

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verpflichtet, dem schwer kranken Kläger eine Ausnahmeerlaubnis zum Eigenanbau von Cannabis zu erteilen, weil das Betäubungsmittel für seine medizinische Versorgung notwendig ist und ihm keine gleich wirksame und erschwingliche Therapiealternative zur Verfügung steht.

Der 52-jährige Kläger ist seit 1985 an Multipler Sklerose erkrankt. Die Symptome seiner Erkrankung behandelt er seit etwa 1987 durch die regelmäßige Einnahme von Cannabis. Vom Vorwurf des unerlaubten Besitzes und Anbaus von Betäubungsmitteln ist er zuletzt im Januar 2005 freigesprochen worden. Das Strafgericht sah sein Handeln als gerechtfertigt an, weil ihm keine Therapiealternative zur Verfügung stehe. Den seit Mai 2000 gestellten Antrag des Klägers auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Anbau von Cannabis zur medizinischen Selbstversorgung lehnte das BfArM mit Bescheid vom 6. Dezember 2007 und Widerspruchsbescheid vom 10. August 2010 ab. Das Verwaltungsgericht hob die Bescheide auf und verpflichtete die Beklagte, den Antrag des Klägers unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bescheiden. Die weitergehende Klage wies es zurück. Die Berufungen des Klägers und der Beklagten vor dem Oberverwaltungsgericht blieben ohne Erfolg.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision der Beklagten zurückgewiesen. Auf die Revision des Klägers hat es die Urteile der Vorinstanzen geändert und die Beklagte verpflichtet, dem Kläger die beantragte Erlaubnis zu erteilen. Nach § 3 Abs. 2 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) kann das BfArM eine Erlaubnis zum Anbau von Cannabis nur ausnahmsweise zu wissenschaftlichen oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken erteilen. Die Behandlung des schwer kranken Klägers mit selbst angebautem Cannabis liegt hier ausnahmsweise im öffentlichen Interesse, weil nach den bindenden Feststellungen des Berufungsgerichts die Einnahme von Cannabis zu einer erheblichen Linderung seiner Beschwerden führt und ihm gegenwärtig kein gleich wirksames und für ihn erschwingliches Medikament zur Verfügung steht. Der (ebenfalls erlaubnispflichtige) Erwerb von so genanntem Medizinalhanf aus der Apotheke scheidet aus Kostengründen als Therapiealternative aus. Seine Krankenkasse hat eine Kostenübernahme wiederholt abgelehnt. Eine Eigenfinanzierung ist ihm mit seiner Erwerbsunfähigkeitsrente nicht möglich. Der Kläger kann auch nicht darauf verwiesen werden, wegen der Kostenübernahme durch die Krankenkasse erneut den sozialgerichtlichen Klageweg zu beschreiten. Eine solche Klage ist ihm unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar. Der Erlaubniserteilung stehen auch keine Versagungsgründe nach § 5 BtMG entgegen. Nach den bindenden Feststellungen des Berufungsgerichts ist die Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs hinreichend gewährleistet. Mit den vom Kläger vorgesehenen Sicherungsmaßnahmen in seiner Wohnung sind die Betäubungsmittel ausreichend gegen eine unbefugte Entnahme geschützt. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Verwendung durch ihn selbst. Des Weiteren verfügt der Kläger aufgrund der jahrelangen Eigentherapie inzwischen über umfassende Erfahrungen hinsichtlich Wirksamkeit und Dosierung der von ihm angebauten Cannabissorte. Außerdem stehen der Anbau und die Therapie unter ärztlicher Kontrolle. Die Erlaubnis ist auch nicht mit Rücksicht auf das internationale Suchtstoffübereinkommen von 1961 zu versagen. Unter diesen Voraussetzungen ist die Erteilung der Ausnahmeerlaubnis wegen der von Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG geforderten Achtung vor der körperlichen Unversehrtheit rechtlich zwingend vorgezeichnet, so dass das der Behörde eröffnete Ermessen „auf Null“ reduziert ist. Davon unberührt bleibt die Befugnis des BfArM, die Erlaubnis mit Nebenbestimmungen zu versehen.

US-Krebsinstitut bestätigt offiziell: Cannabis tötet Krebszellen

–– von Sensiseeds Autorin Stefanie ––

Amsterdam, 18. November– Das National Cancer Institute (Nationales Krebs-Institut), eine von der US-Regierung geförderte Einrichtung, hat jüngst seine Informationen über Cannabis aktualisiert und dabei zugegeben, dass Cannabis nachweislich Krebszellen abtötet. Hier das Update:

Anti-Tumor-Wirkung

Cannabinoide können das Tumorwachstum hemmen, indem sie den Tod der Krebszellen bewirken, das Wachstum dieser Zellen hemmen und die Entwicklung der Blutgefäße blockieren, die Tumore für ihr Wachstum benötigen. Labor- und Tierversuche haben nachgewiesen, dass Cannabinoide in der Lage sein können, Krebszellen zu töten und dabei normale Zellen zu schützen.

6071357_origCannabinoide können vor Entzündungen des Darms schützen und auch ein Potential zur Reduzierung des Darmkrebsrisikos haben, eventuell auch für seine Behandlung.

Eine Laborstudie mit Delta-9-THC an hepatozellularen Karzinomzellen (Leberkrebs) zeigte, dass es die Krebszellen geschädigt oder getötet hat. Die gleiche Studie mit Delta-9-THC im Tierversuch bei Leberkrebs an Mäusen zeigte, dass es eine Anti-Tumor-Wirkung hat. Für Delta-9-THC wurde nachgewiesen, dass es diese Wirkung herbeiführt, indem es auf diejenigen Moleküle wirkt, die auch bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und bei Brustkrebszellen zu finden sind.

Eine Laborstudie mit Cannabidiol (CBD) bei östrogenrezeptor-positiven und östrogenrezeptor-negativen Brustkrebszellen konnte nachweisen, dass es den Tod der Krebszellen herbeiführte, während es auf normale Brustzellen kaum eine Wirkung hatte. Studien an Mäusen mit metastatischem Brustkrebs zeigten, dass Cannabinoide das Wachstum, die Zahl und die Verbreitung von Tumoren reduzieren können.

Eine Laborstudie mit Cannabidiol (CBD) an menschlichen Gliomzellen wies nach, dass CBD, das während einer Chemotherapie verabreicht wird, diese Therapie effektiver verlaufen und die Zahl der getöteten Krebszellen steigen lässt, ohne normalen Zellen zu schaden. Studien im Tierversuch an Mäusen mit Krebs zeigten auch, dass CBD zusammen mit Delta-9-THC eine Chemotherapie wie mit Temozolomid effektiver macht.

Verbesserung des Appetits

Viele Tierversuche haben belegt, dass Delta-9-THC und andere Cannabinoide den Appetit verbessern und die Nahrungsaufnahme erhöhen.

Schmerzlinderung

Die Cannabinoidrezeptoren (= Moleküle, die Cannabinoide an sich binden) wurden im Gehirn, in der Wirbelsäule und an den Nervenenden im ganzen Körper untersucht, um ihre Funktion bei der Schmerzlinderung zu verstehen.

Cannabinoide sind bereits auf ihre entzündungshemmende Wirkung untersucht worden, die für die Schmerzlinderung eine Rolle spielen könnte.

Quelle: National Cancer Institute

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier im Sensiseds Blog..