Kategorie-Archiv: Medizin

Hanf als Heilmittel – SPÖ und FPÖ dagegen

Wien, 18. Juni 2017 – Der ORF befragte Parlamentarier um ihre Meinung zu Hanf als Heilmittel. In der Sendung „Hohes Haus“ vom18. Juni sprachen sich Vertreter von SPÖund FPÖ dagegen aus. In der ÖVP braucht mach noch mehr Informationen. Die Grünen wollen Cannabis als Heilmittel legalisieren, während die Neos für die komplette Herausnahme von Cannabis aus dem Suchtmittelgesetz sind. Beim Team Stronach weiss man schon, dass Cannabis das älteste Heilmittel der Menschheit ist.

Die laufende Medical Cannabis Bürgerinitiative kann noch bis mindestens Dezember auf der Website des Parlaments unterzeichnet werden: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00116/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerungen

Grüne Abgeordnete wollen legale grüne Medizin

Wien, 10. Mai 2017 – Österreichs Politik entdeckt Cannabis als Medizin. Bei einer Podiumsdiskussion der Grünen Penzing und der Grünen Senior_innen im Mai waren sich Podium und Auditorium einig: Cannabis muss für Patienten leichter und billiger erhältlich sein.

v.l.n.r. Albert Steinhauser, Justizprecher Grüne; Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin Grüne; Peter Kolba, Konsumentenschützer; Klaus Hübner, ARGE Canna; Gerfried Düregger, ARGE Canna; Gerald Kitzmüller, SPÖ; Toni Straka, Vorstand Hanf-Institut, Wolfgang Mückstein, Praktischer Arzt.

Wolfgang Mückstein, Praktischer Arzt, sieht vor allem Probleme durch die teuren Preise für Cannabisprodukte.
„Die Preise müssen runter, dann werden Cannabis-Produkte auch öfter verschrieben werden. Dass da öknonomische Interessen im Hintergrund stehen, ist sehr wahrscheinlich. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse schwankt von Bundesland zu Bundesland. Bei vielen Indikationen ist eine Übernahme unbedingt erforderlich“, sagte Mückstein.

Peter Kolba, Konsumentenschützer, erzählte, „bei meinen Medikamenten ist der Beipackzettel gespickt voll von Nebenwirkungen. Ich müsste Dronabinol in einer Dosierung nehmen, wo ich 800 Euro im Monat dafür zahlen würde. Kasse zahlt, ist aber nicht Lösung, dass man gesetzliche Lage bestehen lässt und den Markt für einen Monopolisten schafft. Wenn man einen regulierten Markt schafft, gehen die Preise automatisch herunter.“

SPÖ-Rebell Gerald Kitzmüller berichtete von einer guten Stimmung zu Cannabis in seiner Partei:„In der Basis bis in die höheren Ebenen komplettes Ja zu Cannabis, aber die Führungsebene ist dagegen. Die an den Hebeln sitzen befürchten Stimmenverlust, obwohl breiteste Zustimmung unabhängig vom Alter an der Basis besteht.So wie sich eine Spitzenkraft für Legalisierung einsetzt, gibt es einen Shitstorm. „Der derzeitige Zustand ist aber unhaltbar, weil ein opferloses Delikt verfolgt wird“, sagte Kitzmüller.

Gerfried Düregger, Obmann der Patientenvertretung ARGE Canna meinte, „wenn die Regierung das Gesetz so durchbringt, ist das keine Verbesserung. Notwendig wäre, dass CBD-Blüten als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt sind.“

Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen kritisierte die geplante SMG-Reform ebenfalls: „Die geplante Regelung ist eine massive Verschlechterung für PatientInnen. Da die Krankenkassen sehr restriktiv bei der Genehmigung von THC-hältigen Cannabismedikamenten vorgehen, sind diese vermehrt auf Blüten oder Produkte, die kein oder nur sehr wenig THC, dafür aber CBD enthalten, ausgewichen.“ Es wurden allein in den letzten vier Jahren über 4.000 Studien erarbeitet, die alle positiv waren.

„Ein de-facto Verbot von Anbau und Verarbeitung von CBD-hältigen Blüten und der Handel mit Produkten wie CBD-Ölen drängt PatientInnen vermehrt auf den Schwarzmarkt“, hält Mückstein fest und sagt: „Wichtig wäre ein kontrollierter Anbau mit einer verpflichtenden Qualitätsprüfung durch eine Kontrollbehörde, die sicherstellt, dass die Pflanzen schadstofffrei sind und die auch den Gehalt an Wirkstoffen exakt überprüft. Die PatientInnen brauchen endlich qualitätsgesicherte und leistbare Cannabismedizin.“

Toni Straka, Vorstand des Hanf-Instituts sagte: „Gesetze sind unmenschlich, wenn sie die Gesundung eines Menschen behindern.“
Er kritisierte, dass Cannabis-Produkte aus der Apotheke ein Vielfaches der Schwarzmarktpreise kosten.

Straka wies darauf hin, dass alle Patienten, die den Vergleich mit natürlichem Cannabis kennen, die natürlichen Blüten dem Monosubstanzpräparat aus der Apotheke vorziehen. „Die Regierung versucht, aus einer Heilpflanze eine Chemikalie zu machen. Es ist aber eine Heilpflanze mit über 100 Cannabinoiden und hunderten anderen Wirkstoffen.

Das Hanf-Institut wird noch vor Behandlung der SMG-Reform die Parlamentarische Bürgerninitiative für den straffreien Eigenanbau von Patient einbringen, für die wir zusammen mit der ARGE Canna schon über 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt haben.

Albert Steinhauser, Justizprecher der Grünen, will billigeres Cannabis: „Die Produktion von Cannabis-Produkten für die Pharmaindustrie nicht interessant und offenbar werden sie jetzt künstlich teuer gehalten.“ Die aktuelle Vorgangsweise, wo mit einem eiligen Gesetzesentwurf einer noch zu bildenden Expertenkommission vorgegriffen werde, sei nicht akzeptabel, so Steinhauser.

Hanf-Institut kündigte am Hanfwandertag Einreichung der 2. Cannabis-Bürgerinitiative vor SMG-Reform an

Wien, 8. Mai 2017 – Das Hanf-Institut hat beim diesjährigen Hanfwandertag am 6. Mai die baldige Einreichung der parlamentarischen Bürgerinitiative für den straffreien Cannabis-Eigenanbau für Patienten angekündigt, für die bisher schon rund 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt wurden. Hanf-Institutsvorstand Toni Straka wies in seiner Rede vor dem Parlament darauf hin, dass die beabsichtigten Änderungen des Suchtmittelgesetzes (SMG) nur eine weitere Verschlechterung für Cannabis-KonsumentInnen und insbesondere kranke Menschen darstelle, die jetzt wieder auf den Schwarzmarkt gedrängt würden.

„Hanf ist eine ungiftige Pflanze und keine Chemikalie aus. Dementsprechend muss sie auch behandelt werden“, sagte  Straka vor tausenden HanffreundInnen vor dem Parlament.

„Wir orten bei der Legalisierung von medizinischem Cannabis 99 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung, weil niemand so herzlos ist, und einem Kranken eine Pflanze vorenthalten möchte, die ihm Linderung bei seinen Leiden bringen könnte.“

Dass die neue Hau-Ruck-Reform mit aussergewöhnlich kurzer Begutachtungsfrist die Behandlung einer Heilpflanze als Medikament anpeilt, erscheint dem Hanf-Institut als überzogene Massnahme, weil plötzlich auch das nicht psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD) verbannt werden soll. CBD stellt sich in jüngster Zeit als wirksames Heilmittel bei Epilepsie, MS, Diabetes und insbesondere Schmerzen heraus. Es existieren bereits hunderte – durchwegs positive – Studien zu CBD.

„Es kann nicht sein, dass die österreichische Bundesregierung weiterhin alle wissenschaftlichen Fakten zu einer nebenwirkunsgarmen Heilpflanze ignoriert, die so breitflächig angewendet werden kann.

Dass man mit legalem Cannabis rund eine Milliarde Euro positiv zum österreichischen Budget beitragen und 50.000 Arbeitsplätze schaffen könnte sei hier nur nebenbei erwähnt.

Hanf kann genau das, was die Politik angeblich immer will: Nämlich einer alternden österreichischen Bevölkerung ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Noch dazu sind bereits positive Wirkungen von CBD in der EU sowohl als Arzneimittel als auch als Nahrungsergänzungsmittel bereits in zwei Rechtsgutachten vom Oktober 2016 festgehalten.

„Hanf ist und bleibt eine Pflanze und kann daher nicht als Medikament behandelt werden. Kamille, Minze und Lindenblüten werden ja auch nicht als Medikamente verkauft“, sagte Straka abschliessend.

 

AVISO: Diskussion der Grünen SeniorInnen – Vom Mythos Haschtrafik zu Cannabis als Arzneimittel

Wien, 10. April 2017 – Die Grünen Penzing und die Grünen Senior_innen Wien laden am 8. Mai 2017 zur Expert_innenrunde. Zur Diskussion stehen das therapeutische Potenzial der Hanfpflanze sowie die juristischen Rahmenbedingungen für eine Entkriminalisierung. Während in anderen Ländern Cannabis zu medizinischen Zwecken legal ist, bleibt es in Österreich bei Freiheitsstrafen für Schmerzpatient_innen die sich selbst Abhilfe verschaffen. Diese Verurteilungen sollen der Vergangenheit angehören.

Was ist geltendes Recht bei Cannabis in Österreich, wie wirkt sich das Suchtmittelgesetz auf den Alltag der Konsument_innen und der Polizei/Justiz aus und was würde eine Legalisierung (regulierte Abgabe) und die Freigabe zum Anbau für den Eigenbedarf von Schmerzpatient_innen daran ändern? Wie sehen die Chancen und Risiken aus Sicht von Justiz und Medizin aus?

Fachleute, betroffene Schmerzpatient_innen, und Vertreter von Hanfinstituten diskutieren die aktuelle Situation am

8. Mai 2017
um 18 Uhr
in der Sargfabrik, 1140 Wien, Goldschlagstrasse 169

EINTRITT FREI

Referent_innen:

> Toni Straka, Hanf-Institutsobmann, „Cannabis-Legalisierung-Status Quo und Ausblick“
> Gerfried Düregger, Verein ARGE CANNA und Schmerzpatient, „Das Staatsmonopol auf Drogendeals“
> Dr. Wolfgang Mückstein, Allgemeinmediziner Wien, „Cannabis auf Rezept: Schmerzmittel oder Suchtgift?“
> Dr. Peter Kolba, Jurist, Autor , Berater, Verbraucherschützer, Schmerzpatient, „Schikanen des Staates bei der Verschreibung von Cannabis.“
> Dr. Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen im Nationalrat, Psychotherapeutin, Psychologin, „Cannabismedizin muss für Patient_innen leistbar werden“
> Mag. Albert Steinhauser,  Justizsprecher der Grünen im Nationalrat, Jurist, „Geltendes Recht bei Cannabis in Österreich“

Kronen-Zeitung Salzburg veröffentlicht Leserbrief, in dem Cannabis-Freigabe gefordert wird

Salzburg, 6. März 2017 – Wird Österreichs grösstes Boulevard-Blatt plötzlich grasgrün?  In der Print-Ausgabe der Salzburger Kronen-Zeitung vom 5.März wurde ein langer Leserbrief einer Witwe veröffentlicht, in dem die Dame angesichts des Dramas um den Cannabis Social Club Salzburg (CSCS) Obmann Willli Wallner die Freigabe von Cannabis fordert.

Kronen-Zeitung Salzburg Print-Ausgabe vom 5. März 2017

„Hätte ich vor vier Jahren, als mein Mann die schreckliche Diagnose Krebs bekam,  von Cannabis gewusst, hätte ich alles darangesetzt, um an dieses Heilmittel heranzukommen“, schrieb Judith Hammerer-Laimer.

Auch sie versteht nicht, warum kranke Menschen wegen der Einnahme der richtigen Medizin kriminalisiert werden: „Vorerst unfassbar, dass man einen Schmerzpatienten nach Puch Urstein bringt, nur weil er sich mit Cannabis seiner Schmerzen entledigen will. Diese Menschen werden in unserem Land kriminalisiert, ohne dass sie jemandem etwas getan haben.“

Den Recherchen des Hanf-Instituts zufolge ist dies der erste Leserbrief in der ‚Krone‘ in dem die Cannabis-Freigabe gefordert wird. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die Nützlichkeit von Cannabis als Medizin in der breiten Bevölkerung bereits angekommen ist“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka den grünen Schwenk in Österreichs grösstem Massenmedium.

Will Österreichs Justiz den 1. Cannabis-Toten produzieren?

Wien, 4. März 2017 – Die Situation um den CSC Salzburg (CSCS) Obmann Willi Wallner eskaliert zusehends. Seit seiner Verhaftung wegen 37 Hanfpflanzen wird Wallner gegen seinen Willen mit Morphium und der Zombie-Droge Dipidolor bis hin zum mehrfachen Kollaps niedergespritzt, während man ihm die ärztlich verordneten Cannabis-Medikamente Dronabinol und Sativex vorenthält. Wallner pendelt seit Haftbeginn im Arrestantenwagen zwischen Justizanstalt und Spital hin und her, weil man in der Justizanstalt nicht die Verantwortung für seine medizinischen Komplikationen durch die Gabe potentiell tödlicher Drogen übernehmen will.

Wallner befindet sich seit seiner Verhaftung im Hungerstreik, die Justizbehörde stellt dies jedoch anders dar. Ausser seinem Rechtsanwalt Franz Essl darf niemand zu ihm. Dieser ist schockiert: Nach einem Haftbesuch bei seinem Mandanten sagte er zum ORF: „Er befindet sich mit dem heutigen Tag den fünften Tag im Hungerstreik. Mein Mandant ist körperlich sehr verfallen. Ich war heute entsetzt, als ich ihn gesehen habe. Ich werde sofort seine Enthaftung beantragen. Mein Mandant kann in der Justizanstalt Salzburg nicht entsprechend medizinisch behandelt werden. Das ist ein Punkt, der dazu führt, dass die Untersuchungshaft aufzuheben ist.“

Nach Angaben seiner Lebensgefährtin Daniela Macek wurde seine Entlassung am Freitag in letzter Minute durch die Staatsanwaltschaft verhindert, die weitere Strafverfahren gegen den seit einem Arbeitsunfall berufsunfähigen Mann einleitete.

„Die unmenschliche Behandlung eines kranken Menschen, dem unter anderem als strafrechtlicher Tatbstand die kostenlose Weitergabe von Cannabis an die rund 190 Mitglieder des CSCS vorgeworfen wird, wirft die Frage auf, ob sich die österreichische Justiz so eines lautstarken Vorkämpfers für den Einsatz von Cannabis als Medizin entledigen will“, kommentierte der Obmann des Hanf-Instituts, Toni Straka, das jede Verhältnismässigkeit vermissende Verhalten der Justiz.

„Sollte Wallner die Haft nicht lebend verlassen – und diese Angst ist aufgrund seines gesundheitlichen Zustands berechtigt –, hat die österreichische Justiz den ersten Cannabis-Toten produziert“, sagte er und ergänzte, „es ist vollkommen unverständlich, dass in der Hexenjagd auf Wallner von der Justiz sechs ärtzliche Gutachten missachtet werden, die die Wirksamkeit von Cannabis bei Wallners Schmerzen bestätigen. Wie kommt die Justiz dazu, hier Hobby-Arzt zu spielen?“

 

Erneuter Polizeieinsatz: Statt Schmerzfreiheit bekommt CSC-Obmann U-Haft

Henndorf/Wallersee, 27. Februar 2017 – Der seit einem ärztlichen Kunstfehler unter permanenten Schmerzen leidende Obmann des Cannabis Social Club Salzburg (CSCS), Wilhelm Wallner, ist am Dienstag nach der bereits 9. Hausdurchsuchung, bei der die Polizei diesmal 37 Hanfpflanzen ‚erntete‘, verhaftet worden und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Nach Angaben seiner Lebensgefährtin Daniela Macek wurde Wallner die Mitnahme seiner Cannabis-Medikamente in die U-Haft verweigert. Wallner hat seit einem Berufsunfall permanente Schmerzen (9 auf einer 10er-Skala), die nur durch Cannabis gelindert werden können. Dies geht aus mehreren medizinischen Expertisen hervor, die Wallner bei seinem letzten Verfahren vorlegte. Nach einer Hausdurchsuchung im vergangenen November wurde Wallner am 1. Februar zu 2 Monaten bedingter Haft verurteilt, weil er das mittlerweile in Deutschland legalisierte medizinische Cannabis an Mitglieder des CSCS weitergab.

Darin sah die Landespolizeidirektion Niederösterreich ein derart schweres Verbrechen, dass sie mit 10 Beamten eine 600 Kilometer-Landpartie unternahm, um im Zuge einer äusserst ruppigen Hausdurchsuchung etwas Cannabis sicherzustellen. Das Hanf-Institut hatte sich deswegen in einem Offenen Brief an mehrere Ministerien und die Volksanwaltschaft gewandt, der von Justiz und der Volksanwaltschaft bisher ignoriert wurde.

v.l.n.r.: Hanf-Instituts Obmann Toni Straka, CSCS-Gründer Wilhelm Wallner, HI-Vizepräsident Patryk Kopaczynski, Daniela Macek

Laut Macek werde Wallner damit bedroht, dass man ihn bis zum noch nicht festgelegten Gerichtstermin in Korneuburg in der U-Haft behalten werde. Bei diesem Verfahren agiert die Exekutive laut dem Rechtberater des Hanf-Instituts, Gottfried Hudl, mit illegalen Methoden. Rund 40 Polizeiinspektionen in Österreich sind seit Monaten damit beschäftigt, die 170 Mitglieder des CSCS zwischen 50 und 92 Jahren fälschlicherweise als Zeugen zu laden, in der Hoffnung, dem prominenten Vorkämpfer für medizinisches Cannabis doch noch strafrechtlich etwas anhängen zu können.

Hetzjagd gegen Cannabis-Aktivisten

Den dem Hanf-Institut vorliegenden Dokumenten zufolge legte sich die Polzei regelrecht auf die Lauer um Wallner mit den 30 Kilomter weiter westlich (in Deutschland) bereits legalen Cannabis-Blüten zu erwischen. Der Durchsuchungsbefehl galt für für einen fast 2 Monate langen Zeitraum.

 

 

U-Haft wurde wegen erneuter Tatbegehungsgefahr verhängt

 

 

Lange musste die Polizei nicht warten. Der aus den Medien bekannte Cannabis-Aktivist muss nämlich Cannabis und Cannabis-Produkte gegen Schmerzen einnehmen, bei denen erwiesenermassen weder Morphium noch die mit den Nebenwirkungen „schwerste körperliche Abhängigkeit“ und „eventueller Tod“ behafteten synthetischen Opiate helfen. An synthetischen Opiaten sterben mittlerweile weltweit mehr Menschen als an allen illegalisierten Drogen zusammen.

So wie Wallner geht es auch den Mitgliedern des CSCS, die durchwegs an lebensgefährlichen Krankheiten oder schlimmsten Schmerzen leiden. Einige dieser Patienten lassen wir hier erneut zu Wort kommen:

Da Cannabis entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Trotz von der Republik Österreich weiterhin im Suchtmittelgesetz aufscheint, sind alle österreichischen Cannabis-PatientInnen, die sich die Frage ob sie legal sterben oder illegal überleben wollen, längst beantwortet haben, von Haftstrafe bedroht.

Nach Schätzungen des Hanf-Instituts kostet die Verfolgung des einzigen opferlosen ‚Verbrechens‘ im österreichischen Strafrecht den Steuerzahler rund 600 Millionen Euro im Jahr. Die Zahl der Cannabis-Konsumenten schwillt dennoch rasant an. „Es gibt keine so vielseitige Heilpflanze wie Cannabis“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka dazu. Mittlerweile anerkennen selbst Behörden wie das US-Krebsinstitut die konkurrenzlose Heilkraft der Pflanze an und in Deutschland wurde medizinisches Cannabis am 23. Jänner legalisiert. Damit kann man bereits in elf europäischen Ländern medizinisches Cannabis ohne Angst vor polizeilicher Verfolgung zur Behandlung von über 250 Krankheiten (PDF) verwenden.

Drogengesetze von Adolf Hitler eingeführt

„Für uns stellt sich die Frage, wer eigentlich noch an der Cannabis-Prohibition interessiert ist“, sagte Straka: „In mittlerweile vier Jahren Cannabis-Aktivismus ist mir noch kein einziger Politiker, Arzt, Drogenexperte oder Polizist persönlich begegnet, der an diesem erstmals von [dem Methamphetamin konsumierenden] Adolf Hitler eingeführten Gesetz festhalten möchte.“

Inzwischen geht aber die Jagd, insbesondere gegen Cannabis-Aktivisten, weiter. Wallners Lebengefährtin stand erst kürzlich wegen eines Joints, den die Polizei am Hanfwandertag 2016 in Ihrer Handtasche fand, vor Gericht. Dieser Prozess um 0,9 Gramm Tabak-Cannabis-Mischung wurde zur Ladung weiterer Zeugen vertagt und wird somit den österreichischen Steuerzahler noch einiges kosten. Das Hanf-Institut schätzt die Gesamtkosten eines solchen Verfahrens mit zumindest 15.000 Euro ein.

„Auf Basis von US-Daten könnte in Österreich Cannabis für rund 200.000 Menschen das Heilmittel erster Wahl sein“, sagte Straka und stellte die Frage: „Will die Republik Österreich wirklich weiterhin Milliarden mit der Verfolgung der Schwächsten unserer Gesellschaft, den Kranken, verschwenden obwohl sich schon 100 Millionen Europäer legal mit natürlichem Cannabis therapieren können?“

94.000 Salzburger SchmerzpatientInnen könnte mit Cannabis geholfen werden

Wien, 15. Februar 2017 – 94.000 Salzburger leiden an chronischen Schmerzen, also knapp jeder Sechste. Diese Patienten bleiben oft allein mit ihren Schmerzen, die Versorgung ist im internationalen Vergleich nicht so gut. Was mitunter helfen kann, ist Cannabis. Die Droge hat ihre Qualitäten, wenn es um Schmerzlinderung geht. In Deutschland ist der medizinische Einsatz seit kurzem erlaubt.

Bericht des ORF  in „Salzburg heute“ vom 14. Februar 2017